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11.10.2022

Mega-Duell mit Mega-Party


Am kommenden Samstag findet in Dohren das größte Motorsport-Event des Herbstes statt: das Speedwayrennen auf dem Eichenring, in diesem Jahr das Finale der drei Rennen umfassenden German Speedway Masters. Dohren liegt in Nordwestdeutschland, in unmittelbarer Nachbarschaft der Städte Herzlake und Haselünne.

Beim Rennen, das am Sonnabend um 19 Uhr mit der Fahrerpräsentation gestartet wird, sieht einen gewaltigen Zweikampf um den GSM-Gesamtsieg: Norick Blödorn, das 18-jährige Toptalent aus Flintbek in Schleswig-Holstein, geht mit neun Punkten Vorsprung auf Andžejs Ļebedevs aus Lettland in den Abend. Nur zwischen diese Beiden kämpfen noch um den Titel – auch wenn sie vor dem Eichenring-Spektakel nur auf den Plätzen 2 und 3 der Tabelle liegen. Platz 1 okkupiert Mads Hansen. Doch der 22-jährige Däne aus der Nähe von Niebüll kann am Samstag nicht antreten – er fliegt zu einer Hochzeit in der Familie schwiegerelterlicherseits auf Bari.

Der Flug war schon lange gebucht. Denn Hansen war eigentlich nur als Ersatzfahrer für die GSM-Saison 2022 verpflichtet worden – als dritter Mann im Emsland-Speedwayteam Dohren neben Blödorn und Kai Huckenbeck. Doch weil Huckenbeck GSM-Lauf 1 in Olching auslassen musste, da er am Folgetag einen weit entfernten EM-Lauf zu bestreiten hatte, rückte Hansen schon für den Saisonauftakt in Bayern nach. Und für das zweite Rennen in Teterow lieh Dohrens Teammanager Tobias Kroner Hansen an die DMV-White Tigers aus. Denn bei der Fahrgemeinschaft aus Diedenbergen und Berghaupten fällt Max Dilger als Langzeitverletzter aus, Ersatzfahrer Robert Lambert hatte für Teterow keine Zeit, da er schon in den Vorbereitungen auf den WM-Lauf in Cardiff steckte, der zwei Tage später stattfand.

Prompt holte Hansen sich in Teterow Platz 2 hinter Huckenbeck und eroberte damit die Tabellenführung. Dann verletzte sich Teterow-Sieger Huckenbeck am Tag nach seinem Sieg in Teterow beim Bundesligafinale in Stralsund so schwer an Becken und Unterschenkel, sodass er für den Rest des Jahres ausfällt. Damit hätte Hansen für Dohren den Platz des 29-Jährigen – der aus Wuppertal stammt, aber in Werlte wohnt und aufgewachsen ist – geerbt. Damit allerdings hatte Hansen nicht gerechnet – und stattdessen die Flüge für das große Familienfest schon früh gebucht.

So kommt es zur kuriosen Situation, dass das GSM-Finale ohne den Tabellenführer auskommen muss – und stattdessen Norick Blödorn als De-Facto-Spitzenreiter ins Emsland kommt, mit besagten neun Punkten Vorsprung auf Andžejs Ļebedevs. Der WM-Fahrer aus dem Baltikum hatte seinerseits den Saisonauftakt in Olching gewonnen – wo er für den MSC Vier Tore Neubrandenburg den verletzten Václav Milík vertreten hatte. Das Bild im Header zeigt Andžejs Ļebedevs mit seiner Teamkollegin Celina Liebmann und Neubrandenburgs Teammanager Henry Radtke.

Norik Blödorn hat alle Asse im Ärmel: Er braucht in Dohren lediglich in eines der beiden Halbfinals zu kommen – dann ist ihm der Titel nicht mehr zu nehmen. Selbst bei einem Gesamtsieg von Andžejs Ļebedevs. Dass der Osteuropäer auf dem schnellen Kreisverkehr unweit der Autobahn A31, die das Ruhrgebiet mit der Nordseeregion verbindet, ein heißer Sieganwärter ist, untermauert nicht zuletzt seine stark ansteigende Form in der WM. Dort ersetzt er seit vier Grands Prix den langzeitverletzten Dänen Anders Thomsen – und steigert sich so sehr, dass er zuletzt in Thorn an der Weichsel sogar zum mehrfachen Laufsieger avancierte.

Auch Blödorn ist derzeit gut in Form. Der Norddeutsche gewann in Pardubitz das Goldene Band bei einem der am besten besetzten Juniorenrennen Europas – und kämpft noch diese Woche mit seinem englischen Ligaverein, den Belle Vue Aces aus Manchester, im Rückkampf des Playoff-Finales in Sheffield um die Meisterschaft. Die Hinrunde hatte Belle Vue vor heimischem Publikum mit 51 zu 39 hoch gewonnen. Das Finale in der einstigen Stahlstadt in South Yorkshire findet am Donnerstagabend statt.

Das GSM-Finale in Dohren beginnt am Samstag mit einem Training, das bereits öffentlich sein wird. Nach den Heats folgt eine traditionelle rauschende After Race Party, zu der auch die meisten Fahrer gehen werden. Alle Details zu Eintrittskarten, Zeitplan und auch zum Livestream stehen hier: https://germanspeedwaymasters.com/


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