+++ 2024-08-29 19:14 : Blog – warum will niemand Mick Schumacher? +++ 2024-08-18 11:14 : Blog – der unsinnigste Vergleich des Jahres +++ 2024-08-08 17:24 : Podcast – Erinnerungen an Speedwaystar Tommy Dunker. Interview von Norbert Ockenga mit Weggefährte und Rivale André Pollehn +++
BACK

08.05.2022

Lyons Roars in Hockenheim


Das jüngste alte Auto im Feld gewann den zweiten Lauf zum Gruppe C-Supercup in Hockenheim. Michael Lyons steuerte den Gebhardt JC843-Cosworth im Sonntagsrennen zu einem Sieg – nachdem der Gruppe C2-Wagen erst am Dienstag vor der Veranstaltung endgültig fertig restauriert war und in den Händen von Gebhardt-Ingenieur Karl Jennings die ersten Meter rund um die Hallen von Gebhardt Intralogistic an der Autobahn A6 gedreht hatte. „Aber 400 km/h“, lächelt Jennings, „konnte ich dabei nicht erreichen. Wir brauchen für künftige Projekte mehr Parkplätze rund um die Halle.“

Lyons startete das Rennen vom zweiten Platz aus, beschleunigte Polesetter und Vurtagessieger Lars-Erik Nielsen im Porsche 962C allerdings umgehend aus und behauptete auf den ersten Kilometern die Führung. Der Däne konnte dann für einen Angriff am Dampfrad drehen und mehr Turboladedruck freisetzen. „Das haben wir ihm für eine Gerade ausdrücklich zugestanden, aber wann und wie er das nutzen wollte, blieb natürlich seine Entscheidung.“

Nielsen saugte sich bei der Anfahrt zur Haarnadel an Lyons heran. Der nahm die Bremszone so geschickt in Raumdeckung, dass Nielsen den 31-jährigen Engländer nicht mal auszubremsen versuchen konnte – und sich dann in der folgenden Beschleunigungsphase in Richtung Motodrom auf seinen Extraboost verließ und auf der Geraden an Lyons vorbei in Führung zog.

Lyons wurde in der Folge auch vom Spice C1-Piloten Tony Sinclair aus England überholt. „Aber der hat auf der Bremse einige Fehler gemacht, sodass ich phasenweise sogar wieder neben ihn kommen konnte“, erinnert sich Lyons.

Sinclair rollte dann wegen Motorschadens aus. „Der Motor hat sich vorher schon komisch angefühlt, vielleicht hätte ich eher stoppen sollen“, haderte Sinclair. „Als ich draußen an der Strecke die Haube abnahm, sah ich nur noch ein Meer aus Öl.“

Weil neben Sinclair auch Eric Rickenbacher stehenblieb, dessen Cheetah kein Benzin mehr fördern konnte, gab es eine Neutralisation mit Code 60. Nielsen hielt auf den ersten Runden dieser Tempolimitphase die Führung vor Lyons – und musste seinen Porsche 962C dann auf der Start/Ziel-Geraden abstellen. „Durch die Code 60-Phase“, so der 71-jährige Däne, „hat die Lichtmaschine nicht genug Power bekommen und konnte nicht mehr laden.“

Damit erbte Lyons die Führung – und landete nach der neuerlichen Freigabe einen nie gefährdeten Sieg. „Ich habe am Ende nur versucht, keine Fehler zu machen, die Randsteine zu meiden und nichts mehr zu riskieren“, strahlte der Engländer. „Denn ich hatte natürlich mitbekommen, dass so viele Leute Probleme hatten – da wird man im Auto nachdenklich und möchte jegliches Risiko meiden.“

Hinter Lyons holte der Niederländer Michiel Campagne in einem Spice C92-Chevrolet Platz 2 – vor Stanley Dickens, der am Wochenende seines 70. Geburtstags in jenen Gebhardt C853-Cossie zurückkehrte, in dem er an der Seite von Frank Jelinski seine Sportwagenkarriere gewann. „Das war ein sehr bewegendes Wochenende für mich“, gestand der Schwede, der 1989 Gesamtsieger bei den 24 Stunden von Le Mans geworden war. „Ich habe all’ die Leute wieder getroffen, mit denen ich damals schon gearbeitet hatte. Das war wie die Rückkehr in eine große Familie. Dass ich fahrerisch nicht schnell genug war, nagt mich zwar ein bisschen enttäuscht – aber ein Podestplatz bei meinem erst zweiten Einsatz in diesem Auto nach 36 Jahren ist natürlich sensationell.“

In der C3-Einladungsklasse für Sportwagen aus der Vor-Gruppe C-Ära wiederholte Daniel Schrey im Porsche 935 K1 seinen souveränen Sieg vom Vortag. Der dreifache Familienvater gewann vorm BMW M1-Spezialisten Axel Hagemann und Philipp Kennewell in einem Ex-Schnitzer BMW 3.0 CSL.


Teile diesen Beitrag

Das könnte auch interessant sein:

  • 12.02.2026

    Vater-Tag

    Ein blondes Teenie-Mädchen läutet einen Generations- und Paradigmenwechsel in der Formel 1 ein. Dabei ist Ella Häkkinen doch nur die jüngste Vertreterin von dominant vererbten Gene…
  • 17.12.2025

    Die Dakar ruft

    Bald geht’s ja schon wieder los. Die Zeit ohne Motorsport hat in diesem Winter bereits am 3. Januar ihr Ende. Denn dann beginnt in Saudi-Arabien wieder die Rallye Dakar – der größt…
  • 06.12.2025

    Bühne frei auf der Intermot

    Gemeinsam am stärksten. Das steht auf einer der großen Messewände auf dem Stand der Hertrampf Motocity. Dazu die Logos von PITWALK, Two-Worx und bahndienst.com. Denn die vier Marke…
  • 04.12.2025

    Die Rechengenies

    Man muss die Vergangenheit kennen, um die Gegenwart zu verstehen. So hat Helmut Kohl einen Spruch von August Bebel für seine Zwecke umgedichtet. Und so passt dieselbe Weisheit auch…
  • 25.11.2025

    So feiern wir Jubiläum

    Hallo lieber PITWALK-Freund, Sie kennen das ja schon – auch vor Drucklegung der Jubiläumsausgabe zeigen wir Ihnen als besonders treuen Lesern unserer Zeitschrift vorab exklusiv, a…
  • 23.11.2025

    Einladung zum Jubiläum

    Hallo lieber PITWALK-Freund, die nächste Ausgabe von Deutschlands größter Motorsportzeitschrift ist etwas ganz Besonderes: PITWALK feiert sein 15-jähriges Bestehen. Unglaublich – …
  • 06.11.2025

    Schnitzel-Jagd

    Man hätte gewarnt sein können. Auf dem Weg zur Toilette im Restaurant „Plachutta“ in Wien hängt eine Galerie mit lauter Promis, die dort schon gegessen haben. Darunter echte Stars …
  • 24.10.2025

    Lachhaft!

    Die Rechnung ist ziemlich einfach: Noch kann Max Verstappen nicht aus eigener Kraft Weltmeister werden. Sollte der Niederländer in der verbleibenden Saison alle Sprints und Grands …
  • 16.10.2025

    Fremdgänger

    Plötzlich wollen alle fremdgehen. Mick Schumacher zieht es in die IndyCar, Kalle Rovanperä möchte sich über die japanische Super Formula-Serie in die Formel 1 hochdienen. Die News …
  • 02.10.2025

    Zukunfts-Perspektiven

    Andrea Stella beschleicht ein komisches Gefühl. Die Erfolge von Max Verstappen bei den letzten Rennen könnten keine Eintagsfliegen sein – sondern der Beginn einer späten Aufholjagd…
  • 04.09.2025

    Chinesen kriegen den Contra-Bass

    Es ist vielleicht die Zahl des Jahres. 4,3 Milliarden. So viele Dollar hat die Formel 1-Vermarktungsagentur Liberty Media überwiesen, um sich auch die Rechte an der MotoGP mitsamt …
  • 28.08.2025

    Dutch Open

    Manche Dinge wollen sich einfach nicht erschließen. Neben Montréal umarmt kein Austragungsort die Formel 1 derart wie Zandvoort. Und dennoch sind die Tage der Grands Prix in dem ni…
2026 – BILD-PUNKTE LAREUS.MEDIA