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26.09.2020

Highway Through Green Hell: Coronamaßnahmen am Ring


Mitarbeiter vom Ordnungsamt patroullieren durchs Fahrerlager – und fordern mit grimmiger Miene jeden auf, seine Munaske aufzusetzen, der mit bloßem Gesicht zwischen den Aufliegern flaniert. Mit den Coronamaßnahmen am Ring ist nicht zu spaßen. Selbst unter freiem Himmel, wo normaler Weise keine Maskenpflicht herrscht, muss man nun die Munaske tragen.

Wie nötig das ist, zeigt der Fall von Porsche in Le Mans. Zwar sind alle drei Mitarbeiter der Schwaben, die dort am Sonntagabend positiv getesten worden, inzwischen wieder gesundgeschrieben: Ein Nachtest, dessen Resultate am Mittwoch vorlagen hat, hat gezeigt, dass sie keine Viren in sich tragen. Aber da war es für Porsche schon zu spät, noch mal umzudisponieren. Die Einteilung neuer Ingenieure und Fahrer fürs Vierundzwanziger war schon erfolgt.

Wie genau Porsche sich gewappnet und umstrukturiert habt, hört Ihr in einer Ausgabe von PITCAST, dem exklusiven Podcast der Zeitschrift PITWALK.

Auch im Fahrerlager vom Nürburgring herrschte am Freitag kurz Verunsicherung: Robin Frijns hustete und schniefte, zeigte die berüchtigten grippeartigen Symptome – und machte sofort einen Coronatest. Der fiel zwar negativ aus, der Einhovener ist also auch nicht befallen – wir aber aus gesundheitlichen Gründen trotzdem nicht am Rennen teilnehmen, sodass Mirko Bortolotti, Christopher Haase und Markus Winkelhock nur als Trio starten.

Am Ring herrschen strikte Regeln. Pro Box sind drei Autos untergestellt. Also mehr als bei der NLS. Aber immer noch weniger als sonst. Aber schließlich sind auch nicht mal 100 Wagen am Start, mehr als 60 wenger als im vergangenen Jahr noch. Die Wirtschaftskrise nach dem Shutdown zeigt vor allem in den kleineren Klassen schon folgen, während die GT3 mit 30 Startern noch pickepackevoll besetzt ist.

Die Teams müssen in ihren Parzellen und Kohorten bleiben. Externe dürfen zwar ins Fahrerlager, aber nicht in die Boxen selber. Der Laubengang, also der der Zugang zu den Logen auf dem Boxengebäude, ist ebenfalls nur für Teammitglieder offen, deren Arbeitgeber dort oben eine Lounge gemietet haben. Auch in die Logen darf nur rein, wer zum jeweiligen Rennstall gehört.

Das Pressezentrum – Foto oben – ist nur für 91 Journalisten geöffnet. Jeder hat seinen festen Schreibtisch zugewiesen. Abwechselnd sind in einer Reihe entweder nur der Mittelplatz, in der nächsten dann jeweils die beiden äußeren Plätze besetzt – der Traum eines jeden Economy-Langstreckenpassagiers. Im Pressesaal darf man auch nur am Platz seine Munaske abnehmen.

Für alle Sportwartpositionen, sowohl an den Streckenposten als auch bei der Fahrerlageraufsicht, gibt es eine Ersatzmannschaft. Ehrenamtliche Helfer warten auf Zuruf zuhause, dass sie eingezogen werden, falls ein Sportwart hustet und krankheitsverdächtig ist. Je nachdem, wo der eingesetzt wird, muss auch dann eine ganze Kohorte ausgetauscht werden, denn an den Streckenposten etwa sind stets mehrere Leute zusammen im Einsatz. Da bleibt nur ein kollektiver Wechsel.

Die wenigen Zuschauer, die eine Karte für eine der mit Abständen besetzten Tribünen ergattert haben, fühlen sich dagegen wie in einer Firstclass-Lounge: Sie haben quasi einen eigenen Butlerservice, werden zu ihrem Platz geleitet und auch dort regelmäßig abpatroulliert. Mögen Sie eine Rennwurst, kriegen sie die in Begleitung kredenzt. Auch auf den Tribünen gilt Munaskenpflicht – außer am Platz.


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