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13.06.2026

Der Morgen davor


Die 24 Stunden von Le Mans sind immer auch geprägt von Zahlen und Fakten – und hier sind die wichtigsten, die man braucht, um das Rennen zu verstehen:

Jedes Auto hat 24 Satz Reifen zur Verfügung.

Die Mischungen sind an den Flanken zu erkennen:

  • weiße Fläche – weich
  • gelbe Fläche – mittel
  • rote Fläche – hart

Der Vorrat musste eigentlich im Vorfeld bestellt werden. Doch weil die Wettervorhersage zu immer mehr hochsommerlicher Hitze tendierte, hat Einheitsreifenlieferant Michelin inzwischen die Zuteilung geändert. Mitte letzter Woche durfte man für jedes Auto drei Sätze harter Reifen extra bestellen, inzwischen darf man so viele harte Pneus bevorraten wie man möchte. Allerdings muss man sich die Reifen weiterhin einteilen: Mehr als 24 Satz darf man nicht verwenden, lediglich die vorherige Zuteilung der vorbestellten Anzahl von weichen, mittleren und harten gilt nicht mehr.

Für jeden Reifentyp gibt es Richtwerte bei der Asphalttemperatur, bei dem man wechseln muss:

  • zwischen weich und medium bei 20 bis 25 Grad
  • zwischen medium hart bei zirka 40 Grad.

Zur Startzeit am Samstagnachmittag und in der ersten Rennstunde wird der Teer für diesen Tag am heißesten sein, deswegen steht zu erwarten, dass Einige sich schon beim Start auf harte Reifen wagen. Die insgesamt wärmsten Temperaturen werden aber für den Rennsonntag ab Mittag erwartet.

Beim vorherigen WM-Lauf in Spa-Francorchamps sind bei einigen Reifen an den Flanken Druckbeschädigungen aufgefallen. Die entstehen, wenn man mit kalten Reifen aus der Box heraus – Vorheizen ist nicht erlaubt – über die Randsteine räubert. Deswegen hat Michelin zur Vermeidung von Reifenschäden feste Werte beim Sturz und beim Luftdruck vorgeschrieben: Kein Reifen darf jemals weniger als 2,1 bar beinhalten. Idealer Weise würde man mit 1,8 bar fahren.

Die Einhaltung der Richtwerte wird über Sensoren in Echtzeit überwacht. Wird er unterschritten, wird man an die Box zitiert zum außerplanmäßigen Reifenwechsel.

Durch den zu hohen Druck fährt man tendenziell mit zu wenig Walken und wie auf Ballonreifen. Das kann bei Dreifachtörns zur Folge haben, dass die Reifen nicht so lange halten wie erwartet. Michelin hat Dreifachtörns freigegeben, wird nach den ersten „Triple Stints“ Reifen einsammeln und das Laufbild angucken – und dann gegebenenfalls auch Vierfachtörns freigeben. So oder so ist es den Teams aber freigestellt, auch gegen den Rat der Franzosen Vierfachtörns zu fahren.

Was vor allem nachts ein Thema wird, dann auf weichen Reifen.

Generell sind Mehrfachtörns in diesem Jahr weniger reizvoll als im Vorjahr. Denn es gibt neue Reifen mit einem breiteren Temperaturfenster, vor allem überlappend, und einem besseren Aufwärmverhalten in der ersten Runde. Deswegen muss der Reifen nicht so oft durch einen Hitzezyklus durch, man kann es sich eher erlauben, öfter die Reifen zu wechseln.

12 Runden mit einer Tankfüllung sind die Regel. Aber um eine 13. Runde zu schaffen, muss man zwar sparsam fahren – aber nicht gar so arg, dass sich das in einem großen Rundenzeitennachteil niederschlägt. Wenn man in einem Peloton von Erstligaprototypen fährt und nicht gerade das erste Auto in diesem D-Zug ist, reicht es schon, sich dahinter zu halten und seine theoretisch mögliche Grundschnelligkeit nicht voll auszureizen – und schon hat man sich in die 13. Runde gespart.

Der Benzinverbrauch pro Runde liegt bei bummelig sechs Litern.

Ein Liter Rennbenzin kostet die Teams je sieben Euro.


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