10.05.2026
Der Wasserstoffrevolutionär lebt. Im Vorprogramm des 24-Stundenrennens von Le Mans wird in diesem Juni der neue Toyota-Sportprototyp, dessen Motor Wasserstoff statt Benzin verbrennt, erstmals der Öffentlichkeit gezeigt – mit Demorunden auf der legendären Rennstrecke in Frankreich.
Toyota möchte damit ein Zeichen setzen: Das Wasserstoff- statt Benzinprojekt, mit dem Verbrennungsmotoren auf nachhaltige Art und Weise betrieben und so für den Rennsport, aber auch die Straße erhalten werden können, ist noch immer am Köcheln.
Es gab lediglich eine Verzögerung, weil ein wichtiger Parameter vom ersten technischen Ansatz der Japaner geändert werden musste: Der Treibstoff kommt nun im flüssigen Aggregatzustand ins Auto – und nicht, wie zunächst geplant, als hochkomprimiertes Gas. Dieses Umdenken hat die Geburt des Erstlings von Toyota verzögert.
Inzwischen ist er aber fertig. Der Motor, den das Mutterhaus in Japan gebaut hat, wurde beim Le Mans-Einsatz- und Entwicklungsteam in Köln-Marsdorf bereits mit einem Chassis vermählt. Es handelt sich dabei um ein Auto der aktuellen Le Mans-Hypercar-Generation – mit einem Motor, der wegen der anderen Heizwerte und verschiedenen Anforderungen von Wasserstoff im Vergleich zu Benzin mit größerem Hubraum, anderen Leitungen und Dichtungen und weiteren Modifikationen daherkommt.
Der Wagen ist bereits einem Shakedown, also einem ersten Funktionstest, unterzogen worden – auf jenem Flughafen in Mendig, wo Toyota auch die ersten Ausfahrten für die alten Formel 1- und jetzigen Sportprototypen unternahm und unternimmt, bevor sie nach dem Shakedown in den Test- oder Rennbetrieb gehen.
Im Rahmen der 24 Stunden von Le Mans im Juni wird der neue Wasserstoffrenner, über den PITWALK bereits vor Jahren exklusiv geschrieben hat, nun erstmals zu sehen sein. Nach der Verzögerung um ein Jahr wegen des geänderten Aggregatzustands ist das Renndebüt des Wasserstoff-Hypercar von Toyota nun für 2030 angepeilt – das erste Jahr, in dem die zweite Auskleidung des Hypercarreglements greift und de facto neue Regeln auch neue Autos nötig machen.
Im ersten Schritt soll der Wasserstoffrenner lediglich in Le Mans und bei ausgewählten WM-Läufen an den Start gehen, aber nicht in der ganzen Serie. Denn längst nicht alle Rennstrecken sind von der Infrastruktur her schon geeignet, Wasserstoff als Benzinersatz in Tanks vorzuhalten. Die Wasserstoffrevolution nimmt also langsam, aber unwiderstehlich Fahrt auf.
Neben dem neuen, technisch revolutionären Toyota-Sportprototypen wird im Umfeld der 24 Stunden von Le Mans erstmal auch der neue GT3-Rennwagen von Genesis zu sehen sein. Für die Nobelmarke von Hyundai ist der GT3-Bereich als Prestigeobjekt ebenso wichtig wie als Einnahmequelle für den Kundensport. Nachdem der neue LMDh beim Sechsstundenrennen von Spa am Sonnabend im zweiten Einsatz seine ersten WM-Punkte gesammelt hat, schlägt Genesis in Le Mans mit der Vorstellung des GT3-Wagens das nächste Kapitel auf.
Die deutschen Hersteller schauen sowohl bei der Öko-Revolution von Toyota als auch der Ausweitung der Motorsportoffensive der neuen asiatischen Premiummarke Genesis einfach zu.