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02.03.2020

Fluch der guten Tat


Der Schreck sitzt tief. Darum ist die Recherche auch um so aufwändiger. Wenn nach dem mitreißenden Highlight – der Rallye Dakar – nur wenig später in unmittelbarer Nachbarschaft gerade mal sechs Autos in den Auftakt des Marathon-Weltpokals gehen, dann schrillen alle Alarmglocken.

Die Katar-Küsten-Rallye hat Tradition, und sie hat auch einen Traditionstermin im Februar. An dem wollten die Katari unbedingt ausrichten. Im aktuellen Podcast der Zeitschrift PITWALK, den Ihr auf dieser Internetseite direkt anhören könnt, ist das Mini-Schrumpelstarterfeld von sechs mickrigen Teilnehmern schon ein großes Thema gewesen. Und anders als in anderen Medien, haben wir uns auch im PITCAST schon auf Ursachen- und Spurensuche begeben.

Und damit eine Lawine losgetreten. Ganz ähnlich wie bei der umfangreichen Recherche über die Auswirkungen des neuen transatlantischen Bündnisses im Sportwagen-Sport, wo sich auch immer eine Stufe an die andera anschloss, türmten sich auch bei den Nachforschungen nach Veröffentlichung des jüngsten Podcasts immer neue Fakten und Hintergründe übereinander.

Neben den im PITCAST rausgearbeiteten Gründen gibt es noch eine weitere Ursache für die automobile Schwindsucht: die Aufnahme der Rallye Seidenstraße in den Kalender des Marathon-Weltcups.

Die Seidenstraße boomt schon seit ein paar Jahren. Auch ein Hickhack um die Richtung und die Route im vergangenen Jahr hat dem Aufschwung keinen Abbruch getan. Denn die Seidentraße gilt als die Dakar des Sommers. Wegen ihrer räumlichen und zeitlichen Ausdehnung, ihrer dünenträchtigen und extrem schwierigen Landschaft und ihrer exotischen Faszination lockt sie mit ähnlichen Reizen wie die Ur-Dakar. Erst recht, seit auch noch die Motorräder mit aufgenommen worden sind. Die Kopie ist damit fast so gut wie das Original. Und aufgrund ihres Dünenreichtums gilt sie auch als ideales Training für die Dakar. Fast so gut wie Marokko.

PITWALK-Leser wissen das schon seit Jahren. Denn schließlich haben wir der Seidenstraße schon unsere Aufwartung gemacht, als wir erstmals vom Boom des Geländesports in China gehört haben. Und dabei sogar jenen chinesischen Fahrer aufgespürt, der eines Tages als erster Asiate bei der echten Dakar so richtig gut auftrumpfen könnte: Aori Gele.

Die ungewöhnliche Story dieses Kurierfahrers für die Versorgung von Beduinenstämmen längst der Seidenstraße habt Ihr ja sicher bei uns im Heft gelesen, oder?

Jedenfalls hat die junge Seidenstraße mit ihrer ganzen Faszination und sportlichen Herausforderung mit dafür gesorgt, dass weite Teile des Marathon-Weltcups direkt in den Schoß der FIA hinein kollabiert sind. Die Desert-Challenge in Abu Dhabi, der nächste Durchgang des Weltpokals, wird diese Magersucht nicht erleiden. Aber trotzdem steht die Serie auf so tönernen Füßen, dass man sich als Marathonfan und -akteur darüber regelrecht ärgern muss.

Neben dem Sportwagen-Sport gibt es keine Motorsport-Sparte, die derart anspruchsvoll, vielschichtig und faszinierend ist wie die Marathonrallyefahrten.

Trotzdem führt die Szene eine Mauerblümchendasein.

Und das, obwohl Jutta Kleinschmidt als Vorsitzende vom Cross Country-Ausschuss des Automobilweltverbands FIA vor ziemlich genau einem Jahr in einem großen Exklusivinterview in der Zeitschrift PITWALK angekündigt hat, was nun alles besser werden solle. Fairer Weise muss man sagen: Kleinschmidt hat im selben Interview auch gesagt, dass die Reformen Zeit bräuchten.

Die Zeit sollte man ihr jetzt auch geben. Und gönnen. Ehe man in rüdes Kritisieren ausbricht.

Allerdings scheint auch bei der Reform nicht alles in die richtige Richtung zu gehen. Warum? Das erklärt beispielsweise Matthias Walkner in seinem großen Interview in der neuen Ausgabe von PITWALK, die seit Freitag im Handel ist.

Denn dort spielen der Marathonrallyesport und die Dakar 2020 auch wieder eine große Rolle. Und man erfährt dort Hintergründe aus diesem einzigartigen Sport, die das Heft allein schon lesenswert machen.


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