+++ 2024-08-29 19:14 : Blog – warum will niemand Mick Schumacher? +++ 2024-08-18 11:14 : Blog – der unsinnigste Vergleich des Jahres +++ 2024-08-08 17:24 : Podcast – Erinnerungen an Speedwaystar Tommy Dunker. Interview von Norbert Ockenga mit Weggefährte und Rivale André Pollehn +++
BACK

06.01.2023

Daily Dakar: So kam's zum Audi-Debakel


Bei Kilometer 212 ist alles vorbei. Stéphane Peterhansel und Carlos Sainz purzeln eine acht Meter hohe Geländestufe hinab, landen mit ihren Audi e-tron nach der schottrigen Düne hart in der Sandpfanne darunter – und müssen sich von allen Siegeshoffnungen verabschieden.

Die beiden Audi-Piloten sind beinahe im Paarflug unterwegs gewesen. Peterhansel, der in der Gesamtwertung auf Rang 2 hinter Nasser Al-Attiyah gelegen hat, hat Sainz gerade passiert. Gemeinsam möchten die beiden Routiniers dann zum Angriff auf den Vorsprung von Al-Attiyah blasen. Bei den Zwischenzeiten haben sie in der Tageswertung schon vor dem Marathonweltmeister aus Katar gelegen.

Die Abrisskante im Gelände ist im Roadbook lediglich als Gefahrenquelle der Stufe 2 markiert – und damit in ihrem wahren Ausmaß verharmlost.

Der Absturz hat vor allem für Peterhansel dramatische Folgen: Der auf Korsika wohnhafte Franzose wird bei der Landung ohnmächtig. Als er wieder zu sich kommt, fällt ihm auf, dass sein Beifahrer Edouard Boulanger nicht mehr neben ihm sitzt – sondern vor dem Karbonauto mit E-Antrieb im Wüstensand liegt.

Peterhansel hat keine Erinnerung mehr daran, über die Düne gesprungen zu sein. Auch an die Bruchlandung fehlt ihm jegliche Erinnerung. Oder daran, den Wagen nach dem Unfall abgestellt zu haben. Boulanger klagt über schwere Rückenschmerzen, als sein Fahrer sich über ihn beugt. Er wird mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Diagnose: Wirbelbruch, OP nötig. Peterhansel bleibt zunächst an der Unfallstelle, kommt aber wegen der Amnesie ebenfalls mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Spital.

Sainz und sein Beifahrer Lucas Cruz versuchen, ihren e-tron mit Bordmitteln zu reparieren, müssen aber auf den Servicetruck warten und sind bis spät in den Abend in den Dünen damit beschäftigt, sich überhaupt noch in der Rallye zu halten.

Was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen: Wegen eines Fehlers im Roadbook ist die Distanz für die Verbindungsetappe, die nach der Prüfung ins Biwak führt, deutlich länger als angegeben. Insgesamt summieren sich Etappe und Überführung heute auf knapp 1.000 Kilometer. Zudem ist die Verbindungsetappe in weiten Teilen von Starkregen nur schwer befahrbar. Die genauen Details dieser Horrortour im öffentlichen Straßenverkehr erklärt Matthias Walkner eindrucksvoll im neuen Podcast Eurer Lieblingszeitschrift PITWALK. Sainz/Cruz werden also kaum Schlaf bekommen haben, wenn sie am Sonnabend in den ersten Teil der Marathonetappe für Autos gehen müssen.


Teile diesen Beitrag

Das könnte auch interessant sein:

  • 28.10.2026

    Funktionär kommt von funktionieren – oder?

    Es ist das wohl am meisten vergessene Jubiläum des Jahres. 2026 ist es genau 100 Jahre her, dass auf der Avus in Berlin der erste Grand Prix von Deutschland nach dem Ersten Weltkri…
  • 25.10.2026

    Ein bisschen News von der Dakar

    Der Weg zurück ist wichtiger als der nächste Schritt: Am Sonntag hat die Amaury Sport Organisation als Veranstalter der Rallye Dakar verkündet, dass die härteste Rallye der Welt 20…
  • 22.10.2026

    Krieg als Politikum?

    Jetzt geht’s um die Macht. Und um die Frage: Wer hat im Motorsport eigentlich das Sagen – der Automobilweltverband FIA oder jene Agentur, die im Auftrag der FIM eine Rennserie verm…
  • 12.10.2026

    Wird das die Rettung der Dakar?

    Ist das die Lösung? Über ein halbes Jahr lang haben die Teams und Fahrer der Rallye Dakar gezittert, ob die härteste Rallye der Welt im kommenden Januar stattfinden kann – oder weg…
  • 07.10.2026

    Audi will keine Siege, nur Geld

    Es gibt in List auf Sylt ein Nobelhotel, das bereits seit Jahrzehnten mit BMW zusammenarbeitet. Gäste in dem Wellnessresort konnten in dicken Münchener Karossen Probefahrten machen…
  • 01.10.2026

    Ford zeigt, wie's geht

    Was man als Journalist nicht alles so geboten bekommt. Am Montag fand ein „digital round table“ von Ford statt – eine digitale Tafelrunde, also eine Videokonferenz mit Jim Baumbick…
  • 24.09.2026

    Stärkste Kraft. Na und?

    Damit hat bei Mercedes keiner gerechnet. Schon seit den Sommerferien ist die einst überlegene Truppe der britischen Schwaben an der Spitze der Formel 1 abgelöst worden. Nicht mehr …
  • 16.09.2026

    Dann halt als VIP nach Landshut

    Der Amtsschimmel hat gewiehert, aber das kann einen echten Racer nicht erschüttern. Die an sich fest eingeplante Motorzone Seebruck, ein neues Highlight des Historischen Motorsport…
  • 10.09.2026

    Kühe machen Mühe

    Madrid veranstaltet an diesem Wochenende erstmals seit 1981 wieder einen Grand-Prix. Doch hinter dem neuen Madring steckt weit mehr als die Rückkehr des Motorsports in die spanisch…
  • 03.09.2026

    Kommt auf nix mehr an

    Manchmal reicht ein Satz, um sich selbst zu entlarven. Beim Begriff „Clipping“, sagte der oberste Formel 1-Chef Stefano Domenicali im Sommer, würden vielleicht ein paar wenige Insi…
  • 20.08.2026

    Buenos Días Argentina?

    In Argentiniens Hauptstadt lodert wieder ein altes Feuer. Der lange gehegte Traum von einem Formel 1-Comeback ist inzwischen ein konkretes Projekt. Das Autódromo Oscar y Juan Gálve…
  • 29.07.2026

    Die Themen des Sommers

    Hallo liebe PITWALK-Freunde, wie immer, erhaltet Ihr als besonders treue Leser und Freunde des Hauses exklusiv vorab die Möglichkeit, Euch das Inhaltsverzeichnis der neuen Ausgabe…
2026 – BILD-PUNKTE LAREUS.MEDIA