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12.06.2020

Wirbel um neue Dakar-Regeln


Eine Regelnovelle zur Einstufung von Hecktrieblern und Allradlern sorgt für Zündstoff im Marathonrallyesport. Die Regelmacher der Rallye Dakar möchten die 4 x 4-Modelle gegenüber den Buggys bevorteilen – im ersten Schritt über eine Balance of Performance wie im GT- und TCR-Sport, ab 2023 dann über feste Eckdaten im Technischen Reglement.

Die Gründe für die Neuausrichtung der Regeln liegen auf der Hand: Man möchte wieder mehr Hersteller in die Wüste locken. „Mit Allradlern kann man sich im Marathonsport einfacher identifizieren als mit Buggys ohne konkreten Serienautobezug“, weiß der langjährige Top-Beifahrer Dirk von Zitzewitz. „Die Allradler sind genau die Autos, die man auch in einer Serienversion off-road fahren kann. Die passen genau in diese Umgebung. Die Buggys sind dagegen offensichtliche Eigenbauten, die man nicht kaufen kann – also als Hersteller auch nicht vermarkten kann.“

Auch der südafrikanische Toyota-Pilot Giniel de Villiers findet: „Allradler gehören einfach in die Wüste. Wem will man denn erzählen, dass ein Hecktriebler für solch’ ein Gelände besser geeignet ist als ein 4 x 4? Die Buggy-Idee kommt noch aus der Zeit, als Jean-Louis Schlesser mit seinen Eigenbauten unterwegs war. Doch inzwischen haben die großen Hersteller allesamt gute Allradler im Programm – die kann man im Marathonsport glaubhaft zeigen, solange sie auch tatsächlich gewinnen.“

Im vergangenen Januar siegte bei der Rallye Dakar allerdings ein Buggy aus dem Team X-Raid aus Trebur, gefahren von Carlos Sainz/Lucas Cruz. X-Raid hatte erst vor drei Jahren damit begonnen, eigene Hecktriebler als Ergänzung zu den selbst gebauten Allradlern im Mini-Kleid zu entwickeln – weil das Regelwerk einige Vorzüge für die Hecktriebler parat hält. Etwa eine höhere Bodenfreiheit, längere Federwege, während der Fahrt vom Cockpit aus regelbare Reifenluftdrücke und höhere Endgeschwindigkeiten.

Diese Vorteile sollen nun ausgemerzt werden. Zumal in Prodrive schon der erste Hochkaräter aus dem internationalen Motorsport angekündigt hat, einen neuen Allradler zu bauen – in diesem Exklusiv-Podcast der Zeitschrift PITWALK: https://www.pitwalk.de/pitcast/the-big-one/dakar-kampfansage

Allerdings wehrt sich Sven Quandt, der Teamchef von X-Raid, gegen die neuen Regeln. „Wir haben insgesamt mehr als 20 Buggys im Feld“, begründet Quandt, „und damit meine ich nicht nur unsere Autos, sondern auch die alten Peugeot und die ganzen südafrikanischen Century von Matthieu Serradori. Will man die wirklich alle vor den Kopf stoßen?“

Quandt plant, auch die nächste Dakar mit zwei Hecktrieblern zu beschicken – wieder mit Sainz und Stéphane Peterhansel besetzt. Der Hesse weiß aber auch: „Wir stehen von allen Buggy-Teams am besten da, weil wir theoretisch einfach nur auf unsere Allradler umsatteln können. Diese Möglichkeit haben die anderen Teams nicht. Und man sollte nicht riskieren, die alle zu verlieren.“

Der Siegerteamchef baut stattdessen auf eine verbriefte Konstanz im Regelwerk für die Dakar 2021 – und rechnet mit Änderungen frühestens ab 2022. „Aber auch darüber muss man sicher noch mal sehr genau reden.“


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