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03.05.2019

Wetterkapriolen in Spa


Hannes Gruber steht hinter der Box des Proton-Teams und blinzelt verwundert in den Himmel. „Laut Wettervorhersage sollte es heute Morgen trocken bleiben“, stutzt der Renningenieur des Titelanwärterteams aus der GTE-Amateurwertung der Sportwagen-WM. „Aber jetzt regnet es.“

Das Wetter von Spa gehorcht mal wieder keiner Bauernregeln. Klar scheint nur: Es wird auch am morgigen Renntag Kapriolen schlagen. Für die Nacht auf Samstags sind Schneefälle prognostiziert, die dann im Laufe des Renntagvormittags in Regen übergehen sollen – und sich am Nachmittag in heftige Schnee- und vor allem Graupelschauer verwandeln sollen.

Die Teams rechnen daher nicht damit, dass die Sechs Stunden von Spa über die volle Distanz gehen. Ein Abbruch wegen schweren Wetters zieht sich durch alle strategischen Überlegungen vor dem vorletzten WM-Lauf.

Die Taktik muss entsprechend auf eine mögliche Rote Fahne ausgelegt werden. In der LMP1 und der GTE-Pro ist das relativ einfach, weil dort reine Profibesatzungen am Steuer sind. Aber in der LMP2 und der GTE-Am durchmischen Herrenfahrer das Feld. Und die Regelhüter haben schon angekündigt: Man werde es nicht dulden, wenn die Bronzefahrer bis zum Abbruch gar nicht zum Einsatz gekommen sein werden.

Ein mögliches Szenario: Man lässt die Herrenfahrer den ersten Törn fahren – wenn das Rennen bei Regen hinter dem Safetycar gestartet wird und das Führungsfahrzeug auf absehbar längere Zeit draußen bleiben wird. So kann man die Maximalfahrtzeit der Bronzepatentinhaber möglichst zeitunschädlich und ohne Risiko auf Abflüge ausreizen – und die Profis von der Leine lassen, wenn das Rennen freigegeben wird. Die können sich dann bis zu einem möglichen Abbruch mit offenem Visier bekämpfen.

Gerade in der GTE-Am ist das ein heikles Unterfangen. Denn zwei rivalisierende Porsche-Kundenteams kämpfen um den Titel. Und Proton findet sich in der Verfolgerrolle der Tabellenführer vom norddeutschen Project 1-Rennstall wieder. Die Schwaben müssen de facto Spa und die 24 Stunden von Le Mans gewinnen, um die Niedersachsen noch von Tabellenplatz 1 verdrängen zu können.

Gerade als die Rennleitung das zweite Freie Training kurz vor 11 als „Wet Practice“ deklariert hat, bahnt sich die Sonne wieder ihre Bahn, die gut sieben Kilometer lange Rennstrecke beginnt wieder abzutrocknen.

Das kann die ganzen nächsten zwei Tage so weitergehen.


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