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11.09.2020

Was wird bloß aus dem DTM?


Die Diskussion um die Zukunft des DTM und des ganzen deutschen Motorsports hat begonnen. Spätestens, seit der große Expertentalk auf dem YouTube-Channel der Zeitschrift PITWALK am Dienstag zu einer kontroversen Diskussion zwischen Rennfahrer Lucas Luhr, Teamchef Timo Rumpfkeil und Verleger Norbert Ockenga geworden ist. Denn bei dem Meinungsaustausch, den Ihr hier https://www.youtube.com/watch?v=7wi_nCmTwCI noch mal voller Länge anschauen könnt, ist endgültig klargeworden: Es gibt kein einfaches Patentrezept, um den Rennsport in Deutschland wieder aus dem Tal zu führen.

Die Krise ist tief und vielschichtig. Sie hat Auswirkungen in sämtliche Sparten hinein. Weil die Nachwuchsformeln zu teuer sind, gibt es zu wenig echt gute Nachwuchsfahrer, die sich mit Talent nach oben arbeiten und so zu einer neuen Identifikationsfigur wie einst Michael Schumacher werden können. Rumpfkeil arbeitet dabei genau auf, warum die Ein- und Aufsteigerserien so unbotmäßig viel kosten – und wie man seitens des Dachverbands da gegensteuern könnte.

Das Dilemma um das DTM und das GT-Masters ist auch noch viel schlimmer als bisher angenommen. Bereits vergangene Woche hatte Ockenga in einem PITCAST erstmals die genauen Zahlen enthüllt, was ein DTM-Jahr kostet, wie viel die Hersteller warum ausgeben – und wie günstig dagegen ein GT3-Jahr ist. Den investigativen Podcast gibt’s hier zum Nachhören: https://www.pitwalk.de/pitcast/the-big-one/die-wahrheit-uber-die-dtm-zukunft.

Im Expertentalk auf dem YouTube-Channel der Zeitschrift PITWALK sind sich alle Experten einig: Die Klasse 1-Autos haben keine Zukunft, das DTM muss mit GT-Sportwagen bestritten werden. Denn diese Fahrzeuggattung gibt’s bereits.

Luhr spricht dabei dafür aus, die GT3 mit technischen Eingriffen – wie sie von Ockenga auch im PITCAST erläutert wurden – so weit aufzurüsten, dass sie schneller und für Profis anspruchsvoller zu fahren werden. Also ohne ABS und Fahrhilfen sowie mit mehr Qualm vom Motor. Rumpfkeil gibt zu Bedenken, dass die DTM-Macher dann eine ganz neue Balance of Performance kalkulieren müssen, weil die aktuelle S.R.O.-BoP nur für normale GT3 greife, sich bei einem Aufpimpen der Leistung aber je nach Fahrzeugkonzept einzelne BoP-Stellschrauben verschöben.

Und das, so fürchtet Rumpfkeil, könnten die ITR-Verantwortlichen mit ihren Mitteln nicht leisten.

Kurz nach dem Expertentalk auf dem YouTube-Channel der Zeitschrift PITWALK ging im Newsroom der PITWALK-Collection ein Anruf ein. Am Hörer: der Fahrer eines KTM X-Bow GT4 aus der NLS und der DTM-Trophy, also dem neuen Rahmenrennen fürs DTM mit GT4-Modellen. Er ließ wissen: Alle KTM hätten beim Trophyrennen auf dem EuroSpeedway Lausitz eine dermaßen ungünstige BoP bekommen, dass sie auf den Geraden um etwa 20 km/h zu langsam gewesen seien, in den Kurven aber auch keine Zeit gutmachen konnten. Sogar die Konkurrenz aus der DTM-Trophy hätte vorgesprochen, dass die Einstufung der KTM geändert werden solle, doch die ITR hätte sich gegen alle Argumente gesperrt – aus Angst, einen Fehler zugeben zu müssen und sich angreifbar zu machen.

KTM überlegt deswegen sogar einen Rückzug aus der Trophy. Je nachdem, wie das nächste Rennwochenende auf dem Nürburgring verläuft und ob es da eine passendere BoP-Einstufung gibt.

Bei diesem Eifel-Rennen setzt auch LiLac-Rennsport, das junge Team von Luhr, erstmals einen Porsche-GT4 ein. Luhr wird das Treiben rund um die BoP also mit besonders wachen Augen verfolgen.

Nach dem verkorksten Einstand der eigenen ITR-BoP für die GT4-basierte DTM Trophy scheint jedenfalls jetzt schon klar: Die Einstufung einer aufgepimpten GT-Plus mit eigener BoP-Findung dürfte das DTM gleich ins nächste Chaos stürzen.

Also doch lieber GT3-Sprintrennen auf der Basis bekannter SRO-Eckdaten?

Das Expertengremium mit Rumpfkeil, Luhr und Ockenga zur Zukunft des deutschen Motorsports tagt jedenfalls nächsten Dienstag wieder auf dem YouTube-Channel der PITWALK-Collection.


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