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24.01.2019

Vielflieger-Programme der GT3-Asse


Vincent Vosse steht am Flugsteig Z58 in Frankfurt und wippt ein bisschen vor sich hin. Plötzlich packt den belgischen Teamchef des Audi-Rennstalls WRT das Erstaunen: „Hast Du auch Deinen Flug verpasst?“

Offenbar kann Vosse sich nicht vorstellen, dass man als Journalist erst am Mittwoch zum 24 Stunden-Rennen nach Daytona fliegt. Und seine innere Unruhe liegt darin, dass ausgerechnet ein neu verpflichteter Renningenieur die planmäßige Abreise nach Florida verpasst hat: Mittwochs herrschte Schneetreiben in Brüssel, der Zubringerflug nach Zürich fiel dem plötzlichen Wintereinbruch zum Opfer.

Damit verzögert sich die Anreise um einen wichtigen Tag. Denn am Donnerstag steht schon die Qualifikation für den Klassiker im Nudeltopf an, und die Ingenieure müssten sich eigentlich mindestens einen Tag vorher in die Abstimmungsarbeit und kopfüber in die Computer der GT3-Boliden gestürzt haben.

Und dann soll es am Donnerstag in Daytona auch noch ordentlich regnen. Das macht den Kaltstart für den von Lamborghini abgeworbenen Renningenieur noch mal eine Spur heikler.

Auch für das Rennen sind wechselhafte Witterungsbedingungen vorhergesagt. Freitags, wenn nur ein Freies Training ansteht, soll es wieder frühlingshaft werden. Für Samstag und Sonntag sind während des Rennens immer wieder Schauer angekündigt, teils mit erheblichen Niederschlagsmengen. Die Thematik der neuen Reifen für alle Klassen, die wir in unserer großen Daytona-Vorschau in der Zeitschrift PITWALK erklärt haben, erhält dadurch noch mal zusätzliche Würze.

Überhaupt steht die Motorsportgemeinde im Januar ziemlich im Reisestress. Kurz nach Neujahr stand der „Roar“ in Daytona auf dem Programm – der Vortest zum 24 Stunden-Rennen, bei dem Joest-Mazda einen neuen Rundenrekord auf dem Roval in Florida aufgestellt hat. Parallel zur Rallye Dakar tingelte der GT3-Tross dann nach Dubai, zu einem dortigen Breitensport-24 Stunden-Rennen. Und direkt nach dem 24 Stunden-Rennen von Daytona steht im australischen Bathurst – drei Stunden von Sydney entfernt in den berühmten Blauen Bergen gelegen – ein 12 Stunden-Rennen für GT3-Sportwagen an.

Man überbrückt diese immensen Distanzen am besten mit einem Round the World-Ticket: Nach dem Zieleinlauf von Daytona schnell schlafen, montags hoch nach Los Angeles fliegen – und von dort sozusagen hintenrum nach Sydney weiter düsen.

Der Jetlag ist daher ständiger Begleiter in den Boxen von Daytona, die in den USA „Garage Area“ heißen. Gerade für die GT3-Piloten und ihre Ingenieure. Denn die GT3, die in Daytona GTD heißt, steht zwar im Schatten der DPi und GTE, die ihrerseits in Daytona auf GTLM hört. Doch der Motorsport, den die Drittligisten bieten, steht in seinen Ansprüchen den anderen beiden Kategorien in nichts nach.

In diesem Jahr ist die GT3 besonders spannend. Porsche, Audi und Lamborghini bringen ihre Vertreter der neuen Generation. Das Wettrüsten in der GT3 geht in seine nächste Runde. Welche technischen Hintergründe sich dahinter verbergen, hört Ihr im neuen PITCAST auf dieser Seite – dem zweiten Teil unserer großen Vorschau auf die 24 Stunden von Daytona. Da muss man auf Zack sein, allen Reisenebenerscheinungen zum Trotz.

Für Motorsportler sind solche Fernreisehäufungen übrigens nichts Außergewöhnliches. Im vergangenen Herbst etwa pendelte Porsche-Werksfahrer Earl Bamber noch viel extremer. Der Kiwi war zu Gast bei der Rennsport Reunion, über die wir in der aktuellen Ausgabe von PITWALK ausgiebig berichten. Vom kalifornischen Laguna Sera reiste Bamber zu einem Langstreckenrennen der australischen V8-Supercars, kam direkt von dort zum IMSA-Finale, dem Petit Le Mans in Atlanta – und sauste von dort schnurrtacks zum nächsten Aussie-V8-Rennen.

Am Tag seiner Ankunft in Atlanta brauchte der Neuseeländer in der Hotelbar erst mal ein Bier. „Denn ich habe keine Ahnung, in welcher Zeitzone ich mich gerade befinde.“


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