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08.02.2021

Selbst ist der Hammer-Mann


Randy Slawson hat seinen ganz eigenen Kalender. „Mein Jahr beginnt und endet im Februar – nicht im Januar wie bei den ganzen anderen Menschen“, grinst der US-Amerikaner aus Gardnerville im Bundesstaat Nevada. „Denn ich lebe, esse, trinke, atme und schlafe nur für eines – den King of the Hammers.“

Was klingt wie der Titel eines Manowar-Albums ist tatsächlich das wohl härteste Eintages-Offroadspektakel der Welt – eine Mischung aus Wüstenrallye und Extrem-Hillclimb mit einigen Prisen Autotrial beigemengt. Slawson führt seine eigene Firma, Bomber Fabrication, mit der er die urigen Vehikel für dieses einzigartige Event baut: gigantische Buggy-Ähnliche mit Allradantrieb, oberschenkellangen Federbeinen und gewaltigen Bodenfreiheiten.

Bomber verschließt sich dabei konsequent jener Technik, die gerade mehr und mehr Einzug in diese Form der gigantischen, aufgemotzten Rock Crawler hält: Der Buggy vertraut nicht auf Einzelradaufhängungen, sondern rollt noch immer auf Spidertrax-Starrachsen.

Das King of the Hammers weist einige Besonderheiten auf. Etwa eine Art Weiche, die „Backdoor“, also den Hintereingang. Er führt für eine Runde auf ein brutales Felsengeröllfeld, für die andere Runde in einem Bogen drumherum. Und das KoH ist ein „No Chase Race“. Die Teilnehmer dürfen sich auf der Strecke zwar gegenseitig helfen. Aber Mechanikerunterstützung ist nur innerhalb einer extra abgesteckten Boxengasse inklusive Tankplatz für jedes Team erlaubt.

Die Gebrüder JP und Raul Gomez starten die zwei Runden lange Hatz im Johnson-Tal an den Ausläufern der Mojave-Wüste von den besten Startplätzen. „Das möchte ich nie wieder müssen“, schnauft JP Gomez im Ziel. „Ich habe eineinhalb Runden gebraucht, bis ich meine Rhythmus gefunden habe.“

Und kaum hat Gomez Tritt gefasst, muss er an der Unfallstelle von Tom Wayes anhalten, um dem Opfer eines gewaltigen Überschlags mitten in der Wüste Erste Hilfe zu leisten. Wayes ist bewusstlos. Gomez kann ihn nicht allein aus dem Auto befreien. Erst als Cameron Steele und Wayne Isrealsen anhalten, die Rettung übernehmen und Gomez wieder ins Rennen schicken, wird das Unfallopfer geborgen. Gomez’ aber kann sich seine Sieghoffnungen abschminken, die Gebrüder werden am Ende Zweite und Dritte.

Randy Slawson und sein Vetter Dustin Emick setzen sich in einer Wettfahrt durch, bei der nur 37 von 84 Startern überhaupt ins Ziel kommen sollen. Slawson wird damit neben Shannon Campbell und Jason Scherer der nächste Fahrer, der das King of the Hammers drei Mal gewinnen konnte.

Die Einzelradaufhängung steckt Schläge bei schneller Fahrt im offenen Gelände zwar besser weg und ist daher für die Wüstenpassagen des King of the Hammers besser. Doch in Dünen oder auf Geröllfeldern sind die Wagen mit Starrachse über die Hinterachse besser zu kontrollieren. Diesen Trend gibt’s ja auch bei der Rallye Dakar: Die Pickups von Hallspeed oder Redlined aus Südafrika verfügen ebenfalls über Starrachsen.

Das King of the Hammers gehorcht zwar völlig anderen Regeln und Charakteristika als die Dakar. Doch diese technische Gemeinsamkeit bei der Fahrzeugphilosophie fällt denn doch auf. Und weil die Offroad-Szene so vielschichtig ist und es von der Dakar über Südafrika bis hin zu zwei rivalisierenden Meisterschaften in den Staaten so unheimlich viele verschiedene Serien und Szene gibt, steht in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift PITWALK ein großer Artikel, in dem die Offroad-Landschaft aufgedröselt wird: https://www.pitwalk.de/pitblog/unser-neues-mittel-gegen-corona

In Ausgabe 54 der Zeitschrift erklärt Redlined-Teamchef Terence Marsh genau die technischen und fahrphysikalischen Zusammenhänge hinter dieser an sich schon veralteten Aufhängungstechnik, die im Geländesport immer noch en vogue ist – und sich beim King of the Hammers zu einem wichtigen Bestandteil des Siegerteams herauskristallisieren sollte.

Aus der Schmiede von Sieger Slawson stammte auch jener Bomber, in dem Chayse Caprara am Tag zuvor die Every Man Challenge im Rahmenprogramm gewonnen hatte. Ein gutes Omen mit Orakel-Charakter, sagt Slawson: „Nach dem letzten Sieg einer meiner Kunden bei der Jedermann-Challenge habe ich tags drauf auch das Hauptrennen gewonnen. Und dann kam gestern auch noch Jason Scherer“ – ein Kontrahent in einem der brandneuen Ford Bronco aus diesem Video von PITWALK TV https://www.pitwalk.de/pitlive/bilder-des-tages/was-ist-der-king-of-the-hammers – vorbeigefahren, gab mir eine ‚Fistbomb’ und sagte: ‚Du wirst das Ding morgen schon machen.’“


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