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19.02.2020

Recherche-Marathon


PITWALK-Chef Norbert Ockenga auf heißem Pflaster: auf dem Ulman-Straight, der langen Gegengeraden hinter dem Fahrerlager von Sebring in Florida. So begann vor etwas mehr als einem Jahr die Recherche zu einer ganzen Reihe von Artikeln in der Zeitschrift PITWALK, die sich mit der Zukunft des Sportwagensports befassen – und die jetzt in einer neuerlichen Coverstory für die Februarausgabe von Deutschlands umfangreichster Motorsportzeitschrift kumuliert.

Bereits bei jener Recherche, bei der dieses Aufmacherfoto hier entstanden ist, hat sich jene Richtung als sinnvoll und zielführend herauskristallisiert, die seit den 24 Stunden von Daytona 2020 nun auch tatsächlich gegangen wird: eine Angleichung der Erstliga-Fahrzeuge von Le Mans respektive der Sportwagen-WM und der nordamerikanischen IMSA-Serie.

Der Schlüssel zum Durchbruch liegt dabei darin, das Eine zu tun, ohne das Andere zu lassen. Sprich: Hypercars nach dem Willen des ACO ebenso zuzulassen wie die nächste Generation der DPi-Wagen aus der IMSA. Dass das überhaupt geht und unter einen Hut zu bringen ist – diesen Beweis hat PITWALK bereits in der Nach-Sebring-Ausgabe von 2019 geführt. Es ist jenes Heft, das mit dem Titelmotiv „Hyper Hyper“ auf den Markt kam. Dort steht erstmals drin, wie man beide Kategorien per BoP auf ein Level bringen kann.

Den meisten Insidern fehlte damals der Glaube daran, dass das machbar sei. Doch PITWALK hat den Beweis geführt – und konnte deswegen jetzt mit seiner neuen Titelgeschichte für die Karnevalsausgabe genau dort ansetzen, um den Bogen weiterzuspinnen.

Die Recherche zu diesem Thema ist ein Minenfeld. Denn es gilt, eine ganze Reihe gegenläufiger Meinungen nicht nur zu hören, sondern jedes Mal auch zu hinterfragen: Wem nützt es, gerade genau diese Ansicht zu vertreten – und warum tut er das?

Allein dass sich Rebellion Racing kurz vor Erscheinen des Heftes plötzlich aus der Zukunft des Langstreckensports herausklinsmannt, zeigt, wie viel Sprengstoff da verborgen liegt. Entsprechend aufwändig war auch die Recherche für die große Coverstory der bald herauskommenden Ausgabe 53 von PITWALK.

Und auch intern sind solche Geschichten stets Gegenstand von heftigen Diskussionen. Denn eigentlich ist PITWALK ja angetreten, um die Faszination und Begeisterung Motorsport auf eine neue, moderne Art erlebbar zu machen, die Fahrer wieder als Helden und die Autos als bewundernswerte Konstruktionen darzustellen. Investigative Enthüllungen im „SPIEGEL“-Stil passen da nicht so ganz ins Konzept. Doch manchmal sind sie einfach nötig, um das große Ganze des Motorsports abzubilden – und auch, um zu zeigen, wie man gebeutelte Serien und Landschaften wieder in eine blühendere Zukunft überführen kann.

Weil der Sportwagensport unseren Lesern neben der Rallye Dakar aufgrund der hohen Ansprüche und vielen Handlungsstränge besonders am Herzen liegt, haben wir uns entschlossen, in der kommenden Ausgabe wieder mal auch den härteren Tobak zu servieren. Nach einer Recherche, die es fürwahr in sich hatte.

Denn in Daytona sollte es eigentlich nur die reine Verkündung von ACO und IMSA geben, künftig etwas Gemeinsames auf die Beine zu stellen. „Konvergenz“, haben das manche Medien hochtrabend übersetzt, das richtige Wort für den englischen Ausdruck heißt aber „Angleichung“.

Also galt es herauszufinden, was eigentlich geheim bleiben sollte: Wie genau soll angeglichen werden? Und kann das auf eine gemeinsame Ebene führen – oder doch nur auf ein schiefes Brett?

Da war das Umfeld des 24 Stunden-Rennens nur die halbe Miete. Die US-amerikanische Seite zu hören war zwar wichtig. Aber die ACO-Kante mit ihren Hypercarplänen musste ebenfalls zu Wort kommen. Denn von denen werden weitgehende Kompromisse verlangt. Und auf den ersten Blick sind die beiden Klassen recht weit auseinander. Doch die Recherche brachte einige Details zutage, welche die PITWALK-These von vor einem Jahr stützen: Eine gemeinsame Erste Liga aus zwei Stoßrichtungen ist technisch machbar.

Dabei geht es um Details wie: Lage und Funktionsweise des Hybridantriebs; Gewicht der reinen Fahrgastzelle heute und künftig; Komposition aus Einsatz von Verbrennungs- und Elektromotor; Reichweite und Leistungskurven vom Motor, aber auch -fenstern der anderen Parameter wie etwa Aerodynamik.

Nach den Gesprächen in Daytona fand die Recherche an einem ebenso abgelegenen wie dafür abwegigen Ort ihre Fortsetzung: Arvidsjaur am Polarkreis in Schweden, wo die Reise direkt von Daytona aus hinführte. Unter den verwunderten Blicken von bärtigen Influencern, die auch bei dem Schneetreiben-Termin waren, reihten sich Telefonate unter anderem mit Jim Glickenhaus, Dr. Colin Kolles und Toyota-Teamchef Rob Leupen aneinander, aber auch mit Chassisbauern und Fahrzeugentwicklern aus dem LMP1- und Hypercar-Dunstkreis, die in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind.

All’ das parallel zu einem Praxistest über Driften auf Schnee und Eis mit dem siebenfachen Deutschen Rallye-Meister Matthias Kahle und dem Rallycross-Ass Ronny Wechselberger, die einem quasi nebenbei beibrachten, wie die Profis aus der Rallye-WM mit ihren Spike bewehrten Reifen bei den motorsportlichen Winterspielen in Schweden so schnell so quer fahren können. Denn auch diese einzigartig malerische Facette des Motorsports sollte unbedingt ins neue Heft, schließlich ist genau das „Faszination Motorsport“ pur.

Nach mehreren Tagen der Recherche hat PITWALK so also ein Konvolut zu den neuen Regeln für die Erste Liga zusammengeschrieben, das viele Details enthält, die eigentlich erst in Sebring enthüllt werden sollten – wenn überhaupt. Denn die Regelfindung gestaltet sich schleppend.

Für einen kurzen Moment wussten wir sogar als Einzige, dass nicht – wie immer angenommen – Oreca den neuen Peugeot baut. Dass dann Rebellion den Klinsmann machte, rückte das Peugeot-Projekt plötzlich wieder in den Mittelpunkt, und wir erlitten das unausweichliche Schicksal von Printmedien: Noch während wir in den Redigier- und Korrekturschleifen waren, die vor Drucklegung nötig sind, kamen auch Kollegen auf diese Zusammenhänge. Und die Neuigkeit, dass Peugeot an einem Hypercar festhält und es zusammen mit Ligier baut, tauchte auch im Internet auf.

Das allerdings ist halb so wild, denn das Gros der Enthüllungen unserer Coverstory bleibt exklusiv. Und wer sich noch ein bisschen weiter zurück erinnert an alte Ausgaben von PITWALK, dem fällt auch eine lange Geschichte mit den Eheleuten Jacques und Silvie Nicolet ein. Die hatten schon vor Jahren in PITWALK öffentlich gehofft, dass sie mit ihrer Firma – die damals noch Oak hieß, danach aber die Namensrechte Ligier an Bord holte – eines Tages eine Rolle einnehmen könnte wie Joest für Audi. Also als Full Service-Dienstleister für einen großen Autohersteller.

So fügt sich nun also auf mehreren Ebenen zusammen, was in PITWALK schon mehrfach als Mosaik aufgerissen worden ist. Die neue Ausgabe, die Abonnenten und Vorabbesteller schon Aschermittwoch im Briefkasten haben werden, liefert das größte Kompendium über die Zukunft des Sportwagensports, das Langstreckenfans sich wünschen können.

Habt Ihr das Heft schon bestellt?

Wenn nicht – der Vorverkauf läuft noch…


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