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12.03.2020

Oder hat McLaren Melbourne gerettet?


Wird in Melbourne doch gefahren? Weil McLaren rechtzeitig und in vorauseilendem Gehorsam agiert hat, als der Corona-Fall in den eigenen Reihen ruchbar wurde – und man so die Voraussetzungen für den ursprünglichen Plan der Veranstalter durchzudrücken, den Großen Preis von Australien auf jeden Fall fahren zu lassen?

Die Information, die in der späten australischen Nacht aus gut informierten, dem Weltverband FIA nahestehenden Kreisen in der Redaktion von PITWALK eintraf, birgt viel Zündstoff. Demnach haben die Funktionäre und die Verantwortlichen von Formel 1-Vermarkter Liberty Media vor, in Australien um keinen Preis abzusagen. Weil zu viele finanzielle Interessen im Hintergrund stehen. Die Vorbereitungen aufs Rennwochenende seien seit der erfolgreichen Einreise aller Teams in einem Stadium angekommen, in dem eine Absage vertraglich nur mit hohen Verlusten möglich sei. Auch, weil eine Ausfallversicherung für eine Ausnahmesituation wie eine Epi- oder gar Pandemie nicht greife. Hätte die Einreise nicht geklappt, dann hätte der Schwarze Peter bei den Einwanderungsbehörden oder sonstigen offiziellen Stellen gelegen. Das hätte keine finanziellen Verluste nach sich gezogen.

Jetzt aber muss das Rennen stattfinden. Sonst bleibt die jeweils absagende Partei – der Rennveranstalter oder die FIA – auf den Kosten und auf allfälligen Schadenersatzansprüchen sitzen, und es gibt weder Antrittsgelder für die Formel 1-Dachgesellschaft noch anteilige Preis- und Startgelder für die Teams am Saisonende. Die würden um jene Millionen gekürzt, die prozentual auf die Anzahl der ausgefallenen Rennen entfallen. Teams können Schadenersatz für die Absage gelten machen.

Einen echten Notfallplan für eine Absage während des Rennwochenendes gibt es deswegen nicht.

Wohl aber einen Schleichweg, wie man das Rennen jetzt durchziehen kann. McLaren hat die Autos durch die Technische Abnahme gebracht und sich eingeschrieben. Damit gilt das Team formal als am Rennen teilnehmend. Da die Absage von McLaren aus eigenen Stücken und auf ausdrückliches Geheiß des Rennstalls erfolgt, liegt das Nichtfahren nun allein in der Verantwortung des Rennstalls – der Sachverhalt wird gewertet wie ein freiwilliger Verzicht eines schon eingeschriebenen Teams.

Durch die formale Abnahme und Einschreibung ist McLaren bei der Veranstaltung angetreten. Damit steht einem normalen Rennen nichts mehr im Wege. Dass die Mannschaft von Andreas Seidl nicht dabei ist, wird als deren Pech gewertet. Man könne ja keinen zwingen, zu fahren, wenn der nicht möchte.

So umgehen die Veranstalter die Zwickmühle, das Rennen sei sportlich verzerrt und müsse aus wettbewerbsrechtlichen Gründen abgesagt werden. McLaren hat durch das Vorpreschen und den frühzeitigen Rückzug möglicher Weise die Weichen dafür gestellt, dass das Rennen doch durchgezogen werden kann. Weil die Königsklasse argumentieren kann: Das betroffene Team hat das Fahrerlager sofort verwaist, sich noch am Abend komplett testen lassen – und wird auch nicht mehr an der Rennstrecke auftauchen, solange dort andere Menschen sind, um keine Infektinskette zu provozieren. Damit seien nicht nur alle denkbaren Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet; es gebe auch aus sportrechtlicher Sicht keinen Grund für eine Absage.

Der einzige Ausweg ist nun noch ein Beschluss der Landesregierung des Bundeslandes Victoria, in dem Melbourne liegt. Die Politiker haben bereits für Freitagmorgen, sieben Uhr Ortszeit, eine Sondersitzung anberaumt. Einziger Tagesordnungspunkt: Wie geht es mit dem Rennen im Albert Park weiter?


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