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09.10.2021

Masters Class


So langsam legt sich die Dunkelheit über den Eichenring in Dohren. Josef Kroner stiefelt allein durch den Bereich hinterm Fahrerlager des German Speedway Masters. „Hier kann ich dann ja auch abschließen“, konstatiert der ehemalige Speedwayfahrer aus dem kleinen Dorf Dohren im Emsland – und sperrt jenen Verschlag ab, in dem sich eines der Materiallager fürs Motorradrennen auf der kreisrunden Bahn in der Nähe von Meppen befindet.

Ein bisschen nervös sei er schon, gesteht der Vater von Tobias Kroner – der auch lange Jahre Speedway für Ipswich in England, Danzig in Polen und Brokstedt in der Bundesliga fuhr, und die Anstrengung der Vorbereitung auf sein Rennen am Samstagabend zeichnet sein Antlitz. „Aber wir wollen es ja nicht anders.“

Jupp Kroner brennt für den Bahnsport, genau wie sein Filius und dessen zwei Brüder, die ebenfalls in der Organisation des Rennens auf dem Eichenring im Emsland mitarbeiten. Und trotz aller nervlicher Belastung merkt man dem ganzen Clan den Stolz auf das an, was er schon vor dem Start von Heat 1 am Sonnabend gegen 19 Uhr erreicht hat: Die kreisrunde 25-Meterbahn in der Nähe von Meppen und Haselünne präsentiert sich in einem Zustand, der für das Spektakel am Abend Rennaction vom Allerfeinsten verspricht.

Eine weitere Familie hat sich ebenfalls in den Dienst des Rennens gestellt: Jörg Tebbe und seine Kinder Lenja und Louis, dazu Bahnreserve Fabian Wachs drehten am Freitag die ersten Proberunden auf der ungewöhnlichen Rennstrecke, um bei der Generalprobe testen zu können, in welchem Zustand sich die Piste präsentiert – und gleichzeitig die Kulisse für den Soundcheck zu geben, bei dem die technischen Gegebenheiten für den Livestream des Spektakels am Samstag ab 18:45 Uhr zu stellen.

Dabei fiel auf: Die Bahn ist zwar hart, doch schon nach wenigen Runden fräsen sich die Hinterreifen der driftenden 500-Kubikmaschinen derart in den Belag, dass sie haufenweise Material nach außen schleudern – und so dafür sorgen, dass man nicht immer nur innen scharf an der Begrenzungslinie entlangschrammen muss, sondern auch die äußere Spur erschließen kann.

Das ist für packende Rennen ausnehmend wichtig. Denn der Weg außen, an der Band lang, ist in Dohren um 85 Meter länger als die innere Linie. Man braucht also ordentlich Überschuss, um die äußere Bahn urbar zu machen und dort überholen zu können. Genau das ist aber bei jener Beschaffenheit, in der sich die Bahn am Tage vor dem Auftakt des German Speedway Masters präsentiert, offensichtlich gegeben – sodass am Samstagabend ein Speedwayfestival erster Güte ins Haus steht.

4.500 Zuschauer erwartet der MSC Dohren zu seinem Flutlichtrennen; es ist eine Traditionsveranstaltung zum Saisonabschluss, die seit jeher mit einer ganz besonderen Atmosphäre aufwartet: Volle Ränge, die ganz besondere Atmosphäre unter Kunstlicht, dazu ein äußerst homogenes Fahrerfeld mit den besten deutschen Driftern, dazu Topjunioren aus Dänemark, Polen, den USA und England – an den Auftakt des GSM knüpfen nicht nur die Macher vom Eichenring besondere Erwartungen, sondern auch Jan Seidler als Ideengeber und Initiator des German Speedway Masters.

Seidler ist es gelungen, einen langjährigen Traditionsverein des deutschen Bahnsports wieder wachzuküssen – die Truppe aus Neubrandenburg. Als MSC Vier Tore treten die Ostdeutschen, die schon zu DDR-Zeiten und auch in den Nachwendejahren eine Macht im deutschen Bahnsport waren, in Dohren wieder an – mit Mike Ott, 1990 der letzte Speedwaymeister der DDR, als Teammanager. Die Renaissance des Speedway auf der Mecklenburgischen Seenplatte ist eine jener Geschichten, die dem GSM-Auftakt schon vor dem ersten Heat seinen Platz in den Motorsportannalen sichern.

Das German Speedway Masters soll ein neues Kapitel Bahnsportgeschichte in Deutschland aufschreiben. Deswegen begleitet PITWALK die Premiere in Dohren auch mit besonders wachem Blick. Seit Freitagabend ist ein Video von PITWALK TV online, in dem Jörg Tebbe die Technik und die Fahrweise von Speedway in Dohren en detail erklärt: https://www.pitwalk.de/pitlive/bilder-des-tages/tour-de-speedway. Und es gibt auch einen Podcast, in dem Tobias Kroner und Jörg Tebbe auf den GSM-Auftakt vorausschauen: https://www.pitwalk.de/pitcast/drivers-start-your-engines/speedway-stars

PITWALK-Chef Norbert Ockenga wird zudem am Samstagabend ab 18:45 zusammen mit Tobias Kroner den Livestream des Rennens im Internet kommentieren. Den könnt Ihr hier sehen: https://germanspeedwaymasters.com/stream/

Oder Ihr kommt direkt nach Dohren. Da gibt’s nämlich noch Karten an der Abendkasse. Zwar unter 3G-Regeln, anders geht’s heutzutage ja nicht. Aber für Kurzentschlossen gibt’s sogar ein eigenes Coronatestzentrum direkt an der Bahn.


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