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08.06.2021

Impf-Neid


Was war das denn? 10.000 Zuschauer beim 24-Stundenrennen auf dem Nürburgring? Jeder von einem persönlichen Betreuer am Auto abgeholt und zu seinem zugewiesenen Sitzplatz auf einer der Tribünen geleitet, von dort bei Bedarf auch zum Bier- und Rennwurst-Holen? Das hat zwar was von First Class-Lounge-Feeling – aber es hinterließ bei vielen Besuchern denn doch einen schalen Beigeschmack.

Genau wie die generell triste Atmosphäre bei diesem Geisterrennen.

Schon klar, mehr lässt die Politik momentan wegen der Coronalage nicht zu. Auch in Hockenheim wissen sie immer noch nicht, ob und wie viele Zuschauer beim Gruppe C-Rennen im Rahmen des Hockenheim Historic am letzten Augustwochenende ins badische Motodrom dürfen. Die aktuelle Verordnung des Landes Baden-Württemberg lasse keine Zuschauer in einer relevanten Größenordnung für Sportveranstaltungen zu, heißt es aus dem Motodrom.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift PITWALK kriegt man als Deutscher glatt den Impf-Neid. Denn in einer großen Hintergrundgeschichte wird die Hockenheimer Bredouille, die ausschließlich von der Landesregierung in Stuttgart getrieben ist, in einen Kontext gesetzt zum reibungslosen Neustart des Motorsports mit Fans und ohne Maske beim Indy 500 und anderen großen Rennen in den USA. Chefredakteur Norbert Ockenga hat sich dazu extra per Zoom-Konferenz mit den Geschäftsführern des Indianapolis Motor Speedway, Doug Boles, und des Texas Motor Speedway, Eddie Gossage, zusammengekabelt.

Das Ergebnis ist ebenso klar wie neidisch machend: Der Weg aus dem aufoktroyierten Stillleben führte nur über Impfungen. Und da haben die Amis – ebenso wie die Israelis – allen gezeigt, wie man's macht: Generalstabsmäßig organisiert, mit ausreichend Stoff eingedeckt, schossen überall Spontanimfzentren aus dem Boden, sogar auf dem Gelände der beiden großen Rennstrecken bei Indianapolis und Fort Worth.

Der Lohn ist klar: die Rückkehr in den Alltag, auch für Motorsportler.

In Deutschland ist man davon trotz aller Beteuerungen der Politiker und des immer wieder bemühten Begriffs vom Impf-Turbo weit entfernt: Was nützt es, wenn zwar fast die Hälfte der Deutschen die erste Spritze intus haben – man aber erst nach der zweiten Nadel so weit immunisiert ist, dass man wieder in Freiheit entlassen wird?

Und für die zweiten Einstiche fehlen momentan zwar überall die nötigen Dosen, weil zu wenig Vakzin bestellt worden ist. Das soll nun mit der Rhetorik vom Impf-Turbo kaschiert werden.

Immerhin können nun auch endlich die Betriebsärzte ran. Die Autoindustrie geht als Vorbild voran.

Ford hat heute mit den Impfungen seiner Belegschaft gegen das SARS-CoV-2-Virus begonnen. Nachdem am Vortag 960 Dosen Impfstoff geliefert wurden, konnten die Vorbereitungen in den betriebseigenen Impfstraßen am Kölner und Saarlouiser Standort endlich wie geplant abgeschlossen werden.

Pünktlich zu Arbeitsbeginn trafen am Dienstag, 8. Juni, die ersten Impfwilligen in den eigens eingerichteten Ford Corona-Impfzentren in Köln und Saarlouis ein und ließen sich nach einer ärztlichen Aufklärung impfen.

Zunächst werden Impfangebote an diejenigen innerhalb der Belegschaft gemacht, die ihre Tätigkeit vor Ort auf dem Werkgelände ausüben müssen und nicht vom Home Office aus arbeiten können. Die Impfungen bei Ford sind eine weitere Schutzmaßnahme des Automobilherstellers zur Minderung des Infektionsrisikos der Beschäftigten vor Sars-CoV-2-Infektionen.

Für die erste Woche sind in Köln 710 Impftermine vergeben, in Saarlouis 250. Der Automobilhersteller hofft, die Anzahl der wöchentlichen Impfungen deutlich aufstocken zu können, sobald mehr Impfstoff lieferbar ist. Schließlich summiert sich die gesamte Ford Belegschaft in Deutschland auf mehr als 20.000 Beschäftigte.

Das strenge Sicherheitsprotokoll bei Ford behält bis auf weiteres seine Gültigkeit. Alle Beschäftigten, die ihrer beruflichen Tätigkeit von zu Hause aus nachgehen können, arbeiten weiterhin von zu Hause. Auf dem Werkgelände sind nur die nötigsten Beschäftigten, Zulieferer und Besucher zugelassen, nachdem alle eine strenge Einlass-Kontrolle unter anderem mit Temperaturmessung durchlaufen haben. Darüber hinaus ist die gesamte Belegschaft aufgerufen, sich mehrmals pro Woche testen zu lassen. Dazu hat Ford in Köln beispielsweise dem Anbieter Mein Corona Schnelltest Räumlichkeiten unmittelbar am Werkgelände überlassen, damit die Belegschaft sich ohne lange Wegezeiten vor oder nach der Arbeit auf Covid-19 testen lassen kann.

Mehr zu den Auswirkungen von Corona auf den deutschen Motorsport und auf den US-amerikanischen besseren Weg findet Ihr hier: https://shop.pitwalk.de/magazin/98/ausgabe-60?c=6


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