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27.01.2019

„Ich bin nur für Charly hier“


Knapp zwei Stunden vor Schluss muss das 24 Stunden-Rennen von Daytona zum zweiten Mal abgebrochen werden. Nach 17 Gelbphasen hat die Rennleitung keine Wahl: Der Regen ist so stark geworden, dass sich wieder große Lachen gebildet haben.

Spitzenreiter Fernando Alonso habe sich laut Teamchef Wayne Taylor sogar am Steuer gefürchtet. Dabei hat der Spanier gerade wieder die Führung übernommen – von Felipe Nasr in einem anderen Cadillac. Das Taylor-Auto sah bis dahin schon wie der sichere Sieger aus, dann musste Jordan Taylor am späten Vormittag wegen eines Reifenschadens einen Zusatzstopp einlegen, sodass ins Duell mit Nasr und seinen Mitfahrern noch mal neue Brisanz reinkam.

In der GTE bahnt sich ein emotionales Finale an. Denn der BMW von Philipp Eng/Connor di Phillippi/Augusto Farfus/Colon Herta liegt beim Abbruch auf Platz 1. Denn der lange führende Ferrari von Risi ist von Toni Vilander einen Kopf kürzer gemacht worden. Der Finne übersah in der dichten Gischt auf der Gegengeraden beim Anbremsen der Schikane, dass sich vor ihm ein Ziehharmonikaeffekt anbahnte. Ein Prototyp bremste wegen der Pfützen vor der Busstopschikane besonders früh, deswegen musste auch ein Rudel GT-Fahrzeuge früher die Anker werfen. Vilander dagegen wollte am normalen Bremspunkt in die Eisen steigen – und krachte mit Schmackes aufs Heck des Black Swan-Porsche 911 GT3.

Durch den plötzlichen Neustart nach der ellenlangen Gelbphase, über den im letzten Blog die Rede war, ergab sich: Die Taktik von Porsche, BMW und Corvette, auf volle Tanks zu setzen, war richtig. Doch Earl Bamber drehte sich zwei Mal, der BMW kam besser durch die Fluten – und steht vor dem Sieg.

Denn wegen des andauernden Regens erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass noch mal gestartet wird. Zumal sich auch die Fahrer, allen voran Alonso, dagegen aussprechen.

Sollte der BMW gewinnen, dann wäre das ein Sieg zu Ehren von Charly Lamm – dem kürzlich überraschend verstorbenen Teammanager von Schnitzer-BMW, dem langjährigen BMW-Motorsportwerkspartner Nummer 1. Farfus hatte mit Schnitzer im Shell Helix-BMW M6 GT3 das GT-Weltfinale in Macau gewonnen – jenes Rennen, das Lamms letzter Auftritt am Kommandostand war.

In der Regenpause hat der Brasilianer, der für seine Leidenschaft und Empathie bekannt ist, Zeit, die Gedanken schweifen zu lassen. „Charly war für mich nicht nur ein Teamchef“, sagt er mit belegter Stimmung. „Er war für mich wie ein Vater an der Rennstrecke. Ich bin dieses Wochenende nur für Charly hier.“

Inzwischen sind unzählige Nachrufe auf Lamm veröffentlicht worden. Doch die knappen Worte von Farfus sind mit Abstand die besten für diesen traurigen Anlass.


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