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21.02.2020

Die linke und die rechte Hand


Rob Huff wird in der kommenden Saison nicht im Tourenwagen-Weltpokal an den Start gehen. Der Exweltmeister aus Cambridge hat keinen Platz mehr gefunden, nachdem sich VW aus dem Kundensportprogramm mit Werkscharakter zurückgezogen hat.

Er hat auch nicht so richtig nach einem gesucht. Denn für Huff ist die Lage bei VW ein Wonneproppen: Er unterhält sein eigenes Team, mit dem er viel im chinesischen Tourenwagensport aktiv ist – in einer Kooperation mit VW China. Diese Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut. Also riskiert Huff es lieber nicht, zugunsten des eigenen Fahrens um des Fahrens willen mit einer anderen Marke anzubändeln und die lukrative Zusammenarbeit mit VW China auf des Messers Schneide zu setzen.

Die Zusammenhänge müssen einen schmunzeln lassen: VW in Wolfsburg entscheidet, dass Volkswagen Motorsport sich aus jedwedem Motorsport mit Verbrennungsmotor zurückziehen müsse, weil die Marke künftig nur noch elektrisch fahren soll – und ausgerechnet im Land des wichtigsten Marktes für VW, in China, setzt die dortige Filiale auf Rennsport mit normalen Ottomotoren nach alter Väter Sitte.

Deutlicher kann man die schwere See der Energiewende zugunsten der Mobilität von morgen gar nicht mehr rausarbeiten.

VW ist in Sachen Motorsport ein Rätsel. Im Moment distanzieren sie sich in Niedersachsen offiziell von allem, was mit Racing zu tun hat. Gleichzeitig aber sitzt VW Motorsport mit am Tisch bei den Beratungen über Technik und Regeln jener neuen Elektro-Tourenwagenwagenserie, die am Mittwoch in Paris offiziell vorgestellt worden ist und die noch 2020 mit ersten Showrennen im Rahmen des Tourenwagen-Weltpokals loslegen soll.

Die Serie passt überhaupt nicht zum Konzept des VW-Elektroautos ID.3, das zum Volksstromer werden soll: Die Rennwagen haben an jedem Hinterrad zwei Elektromotoren, sie sind Hecktriebler. VW mag nicht nur aus politischen Gründen nichts mit dem Motorsport zu tun haben, denn man muss ja die Signale senden: Wir machen alles elektrisch, und wir sparen unser Geld für die Transformation, wo wir nur können. Doch man kann die E-Tourenwagen nicht ignorieren. Denn in Hyundai ist eine jener Marken mit als Gründungsmitglied im Verein dabei, die mit am meisten von der Dauerkrise von VW profitiert – neben Toyota.

Also zwingt VW sich irgendwie zum Mitdenken und setzt sich in jeden Spagat, den man hinkriegen kann. Die Causa Huff ist da das beste Beispiel.

Vielleicht weist sie aber auch einen ganz neuen Weg. Denn je mehr man drüber nachdenkt, desto klarer wird eigentlich: Nur wer einen Energiemix aus Benzin, Diesel, Strom, Gas und Wasserstoff in seinem Sortiment hat, ist für die Mobilität der Zukunft gut und sinnvoll aufgestellt. Nur auf einen Antrieb zu setzen, wird mittelfristig böse Folgen für die Firma haben.

Die Chinesen machen es mit ihren eigenen Marken genau so vor. Und es ist kein Zufall, dass ausgerechnet VW China – im angeblichen Garten Eden der E-Autos – den Rennsport mit Verbrennungsmotoren so stark stützt, dass Huff das Aussteigen der Deutschen aus der WTCR gar nicht wehtut.

Irgendwas klingelt da.


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