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18.04.2019

Das nächste Kapitel Hybrid


Das Possenspiel um Le Mans geht in seine nächste Runde. Passend zur großen Titelgeschichte in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift PITWALK. In keinem Bereich des Motorsports herrscht derzeit so viel Bewegung wie in der brexitähnlichen Debatte um die Zukunft der LMP1-Klasse für die 24 Stunden von Le Mans und die Sportwagen-WM. Die Bühne für den jüngsten Akt stand in Long Beach – wo McLaren Nebelkerzen zündete, um die Idee der GT-Klasse als Erste Liga wiederzubeleben.

Dabei ist die Aufweichung der LMP1-Hypercarregeln hin zu Straßenautos, wie Aston und McLaren sie herbei erpresst haben, de facto nichts Anderes als jene GT-Plus, die jetzt wieder hervorgezerrt wird. Nur aufgewertet um echte Hypercars wie den Toyota, den wir in der aktuellen Ausgabe exklusiv vorgestellt haben. Wer sich nur auf GT konzentriert, wertet Le Mans ab und schafft ein Vakuum, das sich von selbst wieder füllen wird – die Geschichte hat das schon oft genug gezeigt.

Und nun? Die Post war da. Am vergangenen Wochenende in Long Beach erhielten die Herstellervertreter der IMSA-Serie offizielle Schreiben von den Veranstaltern dieser nordamerikanischen Sportwagenmeisterschaft. Darin stand zu lesen, dass die nächste Generation der DPi-Prototypen für die Topklasse der IMSA mit einem Hybridsystem ausgerüstet sein müssen. Und sollen. Und werden.

Das ist an sich nichts Neues. Es geisterte schon als Stand der Dinge beim vorigen Rennen in Sebring herum, wo auch das Gros der Recherche für unsere Titelgeschichte stattgefunden hat. Deswegen steht es auch schon im Heft, dass sich genau das abzeichnet. Jetzt haben es die IMSA-Hersteller – etwa Cadillac, Honda, Ford, Mazda und Nissan – Schwarz auf Weiß.

Die Verlautbarung kollidiert gerade mit der Vorstellung des ersten echten Elektroautos – der lachhafter Volt sei verschämt ausgeblendet – aus dem GM-Konzern, einem SUV von Buick. Denn GM möchte viel unter Strom setzen künftig. Ob das gut oder schlecht für die Hybridisierungspläne der IMSA ist, wenn man Cadillac behalten möchte, ist in Detroit noch nicht durchdacht worden.

Auf jeden Fall öffnet die Hybridisierung, die aus Rücksicht auf Kosten und Aufwand nur mit einem kleinen Einheitsbauteil ohne Entwicklungsfreiraum erfolgen soll, die Tür zu jener Theorie, die in der neuen PITWALK auch vorgerechnet wird: Man kann die IMSA-DPi ins Feld der neuen europäischen LMP1 integrieren, ohne sich verbiegen oder die Technikregeln beugen zu müssen. Dazu ist die Hybridisierung unabdingbar, denn der Le Mans-Veranstalter ACO möchte an Effizienz und Hybrid festhalten, sich nur in Ausnahmefällen davon lösen, und auch bei der FIA steht Hybrid in der Gunst ganz oben. Hätte man die DPi ohne Hybrid laufen lassen, wie es der Wunsch der amerikanischen Fans ist, dann hätten die Franzosen eine ganze Wagengattung als Ausnahme laufen lassen müssen. Das wäre nicht infrage gekommen.

So aber geht die Musterrechung aus der aktuellen PITWALK aus.

Und mehr noch: Bei Ford regt sich Interesse an der DPi, um auf der ein WM-Programm mit aufzusetzen. Und auch in der Ersten Liga in Le Mans zu starten. Das wiederum war ebenfalls fest an ein Hybridprogramm – und sei es nur ein Feigenblatt fürs Greenwashing wie jetzt von der IMSA praktiziert – gekoppelt. Da das kommt, wird die Konzeptarbeitung an einem Ford-DPi bei Multmatic umgehend wieder aufgenommen.

Deswegen wird auch der Gedanke, die europäischen Ford GT an Kunden zu veräußern oder -leasen und die amerikanischen noch um ein Jahr länger in der IMSA laufen zu lassen als geplant gerade wieder mit Druck forciert.

So wird Ford womöglich zum zweiten verlässlichen Werkspartner für ein Fundament der neuen Ersten Liga – neben Toyota. Und die beiden Privatiers James Glickenhaus und Dr. Colin Kolles sind die Stützpfeiler, auf welchen der ACO seine neue Hypercarklasse schon im geplanten ersten Jahr aufsetzen kann – wiederum neben Toyota.

Wenn McLaren und Aston Martin dann noch ihre politisch motivierten Störfeuer unterlassen, dann entwickelt sich die Zukunft so, wie es vernünftig wäre: Man tut das Eine, oder das Andere zu lassen. Sprich: Hypercars kommen – und DPi spielen munter mit.

So wird's was mit einer Ersten Liga für Le Mans, die WM und die IMSA, die ihren Namen und ihren Status verdient. Und die die Zeiten des großen Grabens in der Sportwagenszene zuschüttet.

Und dann sollen Aston und McLaren halt wegbleiben, wenn sie zu feige sind.


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