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07.03.2019

Dakar: Chefsessel-Erbfolge geregelt


Die Rallye Dakar bekommt einen neuen Chef. David Castera (Foto rechts) tritt die Nachfolge vom bisherigen Rallyedirektor Etienne Lavigne (links) an. Der 48-Jährige, der in Bordeaux geboren wurde, war zuvor Motorradfahrer bei der Dakar und sattelte dann als Navigator zu den Autos um. Er half dem ehemaligen KTM-Motorradsieger Cyril Despres maßgeblich bei dessen Wechsel aus dem Sattel in den Autofahrersitz und ging im Laufe des Jahres 2018 von Despres auf den Sitze neben „Monsieur Dakar“, Stéphane Peterhansel – der seinerseits gerade einen vielbeachteten Auftritt auf dem Stand des Austragungslandes Peru auf der Touristikmesse ITB in Berlin hatte.

Bei der Dakar 2019 hatte der in Andorra wohnhafte Haudegen sich am 17. Januar die Rückenwirbel L1 und L2 gebrochen, nach einer harten Landung von einer Düne als Beifahrer von Peterhansel in einem Hecktriebler des X-Raid-Teams. Das hinderte Castera allerdings – trotz Korsett und ärztlich verordneter Bettlägerigkeit von einem Monat – nicht daran, die Streckenführung für die Rallye Marokko Anfang Oktober am Computer zu entwerfen. Denn Castera ist als Mitausrichter der Marokko-Rallye bereits mit reichlich Erfahrung in der Organisation von Marathonrallyes gesegnet.

Er war auch schon innerhalb der Dakar-Organisation für das Routing der Rallye verantwortlich, ehe er dann von Peugeot abgeworben wurde – die Franzosen suchten für ihr kurzlebiges Werksteam einen Fachmann mit Insiderwissen, der ihren Lernprozess erheblich verkürzen konnte. Der Plan ging auf, Peugeot gewann die Dakar in Serie. Aber weil außerhalb von Frankreich keinerlei Aktivierungsmaßnahmen gestartet wurden, waren die Siege in der Außenwirkung nur ein Millionengrab ohne Nutzen fürs Werk. Seitdem suchen die Pariser nach einem Weg, wie sie Motorsport sinnvoll betreiben können, sind aber bei ihrem hilflos wirkenden Slalom durch die möglichen Betätigungsfelder noch nicht fündig geworden.

Es wird auch wohl noch ein paar Jahre dauern.


Der Abgang von Lavigne nach 15 Jahren als Rallyeleiter kommt nicht überraschend. Schon während der Dakar 2019 hatten sich im Biwak mehrere Insider darüber gewundert, dass Lavigne sich bei seinem letzten Jahr im Amt noch so unbeliebt mache.

Für die Dakar-Organisation A.S.O., die im südwestliche Pariser Vorort Issy-les-Moulineaux direkt an einem Bahnhof der RER-Stadtbahn sitzt, der Wechsel an der Spitze bereits der zweite Umbruch binnen kürzester Zeit. Nach einem sehr erfolgreichen Intermezzo als Sportleiter der Rallye hatte der ehemalige KTM-Motorradsieger Marc Coma seinen Posten 2018 wieder dreingegeben. Denn der Katalane hatte schon lange die Geschäftsleitung für KTM Spanien zugesagt bekommen, hatte die Warteschleife bis zum neuen Job lediglich interimsweise durch seine Planstelle in der A.S.O. überbrückt. Die Routenführung der Dakar 2018, die Coma maßgeblich zu verantworten hatte, gilt im Biwak als eine der besten seit der zwangsweisen Umsiedlung der Rallye nach Südamerika, das Solo in Peru 2019 reichte nie an die Dreiländertour aus dem Vorjahr heran.


Castera wird nun als Erstes dafür sorgen müssen, den neuen Austragungsort für das größte Abenteuer des Motorsports festzulegen. Alle Hintergründe dazu stehen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift PITWALK, die seit Februar im Handel ist.


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