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09.01.2021

Daily Dakar: Hamsterkäufe


So langsam muss man mal über die Reifen sprechen. Denn die werden bei der Rallye Dakar 2021 in den beiden großen Klassen ein Thema – sowohl bei den Autos als auch bei den Motorrädern. Und zwar vor allem in der zweiten Woche, wahrscheinlich schon, sobald die Marathonetappe vorbei ist.

Also ab Dienstag.

Denn dann geht's am Roten Meer längs, südwärts zum Zielort Dschidda, und zwar wieder durch jenes schroffe Küstengebirge, in der die Rallye im vergangenen Jahr ihre ersten Tage absolviert hat. Damals führte die Route in dieser Region noch nordwärts, aber die scharfkantigen Steine bleiben auch in der Gegenrichtung spitz.

Bei den Motorrädern sind 2021 nur noch sechs Mäntel für die Hinterreifen erlaubt. Man muss sich seinen Vorrat also einteilen. Wer stur rechnet, kommt auf die Gleichung: ein Mantel muss zwei Tage halten.

Ganz so starr ist die Regelauslegung aber nicht. Man kann die Reifen wechseln, wann man möchte. Nur die Gesamtsumme darf man halt nicht überschreiten.

Also muss man haushalten und vorausschauend planen. Die Reifenwahl für den Folgetag wird jeweils am Abend vorher getroffen, sobald der Veranstalter in der Fahrerbesprechung mitgeteilt hat, welches Gelände für den nächsten Tag erwartet wird. Diese Vorhersagen sind dieses Jahr allerdings erstaunlich inakkurat, sodass man in der ersten Woche schon zwei Mal mehr steinige Passagen vorfand als avisiert. Das zerrt und zehrt an den Pneus.

Erschwerend kommt hinzu: Honda hat seine Taktik gesplittet. Zwei ihrer Fahrer setzen auf die Pneus vom etatmäßigen Partner Pirelli, darunter auch der seit Samstag Gesamtführende Joan Barreda – und zwei auf Michelin, den Partner vom langjährigen Seriensieger KTM.

Die Pirelli-Reifen sind bei der reinen Performance, also dem Grip im rauen Gelände, besser. Aber sie sind auch fragiler. Weil ihre Noppen größer sind, reißen die auf steinigem und rolligem Geläuf leichter mal raus als die Michelin-Profilblöcke. Das Wagnis von Barreda lautet: In der letzten Woche kann man mit dem Pirelli Zeit gutmachen, denn das ist exakt jenes Terrain, auf dem die Italiener einen Vorteil haben. Dabei kann es aber auch geschehen, dass der Hinterreifen zerschlissen wird.

Honda hat sich die Reifen schon in der ersten Woche anders eingeteilt als KTM. Auf dem imaginären Reifenkonto stehen sie derzeit schon mit einem Mantel in den Miesen – während die Österreicher pro Fahrer sogar schon ein Guthaben von einem Reifen angehäuft haben. Denn sie fahren zwar in die Marathonetappe, die am Sonntag beginnt, vorn wie hinten mit je einem neuen Reifen los. Doch die Pneus, die am Sonnabend und Freitag auf den 450-Kubikmaschinen aus dem Innviertel waren, sind noch so gut, dass man sie ohne Bedenken in der letzten Woche noch an einem Tag einsetzen kann.

Die ersten Prognosen über den Streckenverlauf und vor allem die Länge der gezeiteten Prüfungen legt nahe: Man muss in Woche 2 an mindestens zwei Tagen mit einem neuen Reifen fahren. Sonst leidet die Performance, vor allem aber die Zuverlässigkeit. Ganz sicher an Tag 11, der apostrophierten Königsetappe; idealer Weise auch schon an Tag 10 – und womöglich auch noch am 12. Tag. Denn der Zielschuss ist dieses Mal nicht, wie so oft, ein Rolling Home, sondern ein vollwertiger Rallyetag mit einer Etappe auf hartem, komprimierten Gestein.

Die Kontostände am Ruhetag weisen aus: KTM kann das mit allen noch siegfähigen Fahrern, also sowohl Toby Price und Sam Sunderland vom Mutterschiff als auch Pablo Quintanilla und Lucio Benavides von der Schwestermarke Husqvarna. Honda hat dagegen eine Unterdeckung von mindestens einem Tag.

Am Abend des Ruhetages haben sich über Ha'il dicke Wolken in einen ordentlichen Regenschauer entleert. Das macht das Fahren in den vom Niederschlag komprimierten Dünen einfacher. Auch für die Reifen. Die Gefahr eines unbotmäßigen Verschleißes am ersten Tag der Marathonetappe geht gehen Null.

Allerdings haben die Veranstalter bei der Fahrerbesprechung am verregneten Abend auch gesagt, der Sandanteil werde jetzt schnell abnehmen, es kommen wieder vermehrt Geröll und Schotter auf die Fahrer zu. Das macht den Reifenpoker von Barreda mit den Pirelli noch haariger.


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