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06.01.2021

#Dakar2021


Zwei große Themen beherrschen den Abend im Biwak am Dienstagabend: der Zeitverlust von Carlos Sainz – und der happige mehrfache Überschlag von Bernhard ten Brinke in seinem Hallspeed-Toyota Hilux.

Die Navigation war bei den Autos wieder ein großes Thema. Sainz' Beifahrer Lucas Cruz fiel dabei einem besonderen Phänomen im Roadbook zum Opfer – erzählte er abends. An einem Punkt im Aufschrieb lotste er den X-Raid-Buggy in die verkehrte Richtung. So weit noch nichts Besonderes. Doch auf dem falschen Weg kam zu exakt jenem Punkt eine Kreuzung, wie sie laut Roadbook auch auf dem richtigen Pfad hätte kommen sollen.

Deswegen fiel es Cruz erst viel später als üblich auf, dass er sich verfranzt hatte – denn als die bewusste Kreuzung kam, wähnte er sich voller nachvollziehbarer Überzeugung immer noch auf dem richtigen Weg, passte doch die Beschreibung in der relevanten Note im Aufschrieb exakt zu dem, was er vor dem Buggy in echt sah.

Das Dräuen, dass man sich doch verfahren hätte, und die Korrektur nahmen deswegen auch noch mehr Zeit in Anspruch – weil Cruz erst mal kapieren musste, was ihm da passiert ist, und ihm die Zusammenhänge und Folgen klar werden mussten. Das summierte sich – inklusive Umdrehen und Zurückfahren – zu einer halben Stunde Zeitverlust auf.

Im Bemühen, Schadensbegrenzung zu betreiben, ging Sainz dann auf dem weiteren Weg beherzt zu Wege – und ihm auch schon mal die Geduld aus. Als ein Motorradfahrer nicht schnell genug aus der Spur ging, obwohl Sainz/Cruz ihn per Sentinel angetrötet um zum Platzmachen aufgefordert hatten, preschte Sainz kurzerhand knapp an ihm vorbei. Zwar kam es zu keiner Berührung. Aber der Biker fühlte sich derart bedrängt und geschnitten, dass er Sainz im Ziel lautstark zur Rede stellte.

Eine solche Ansprache ist Sainz nicht gewöhnt, meist geht's genau andersrum. Darum kam es im Zielraum auch zu einem ziemlichen Wortgefecht, das auch bei anderen Teilnehmern für Aufsehen sorgte.

Bernhard ten Brinke verabschiedete sich mit einem gewaltigen Abflug aus der Rallye. Etwa 40 Kilometer vor dem Ziel war der Niederländer mit 160 km/h im voll ausgedrehten sechsten Gang seines Toyota Hilux unterwegs. Das Roadbook versprach freie Fahrt auf einer glatten Ebene, einem vorgeformten Weg. Doch plötzlich taten sich drei lange Wellen auf – geschwungene Hubbel wie besonders langgezogene, breite Schweller in einer verkehrsberuhigten Zone, mit je einer tiefen Senke dahinter. Der Pritschenwagen steigt aus den Federn – und fliegt förmlich in eine mehrfache Rolle vorwärts. Bei High Speed überschlägt ten Brinke sich mindestens vier Mal; da hat er nämlich aufgehört zu zählen.

Das Auto landet auf der Seite, ein Vorderrad samt Antriebswelle wird rausgerissen – und vor allem ist er bei den Purzelbäumen dermaßen auf die Front geklatscht, dass die Kühler in der Nase eingedellt und geplatzt sind. Deswegen muss ten Brinke sich vom Servicetruck aus der Prüfung ziehen lassen und die Etappe auf der Serviceroute beenden. Zudem ist der Sicherheitskäfig des Bakkie beschädigt – für ten Brinke endet die Rallye am Dienstagabend.

Im Podcast von PITWALK bekräftigt ten Brinkes Markenkollege Dirk von Zitzewitz, der Beifahrer in einem Hilux beim Satellitenteam Overdrive ist, dass die Unfallstelle nicht als Gefahrenpunkt im Roadbook markiert gewesen sei. Und er äußert auch Kritik an der Genauigkeit und Verlässlichkeit des Aufschriebs generell. Den Podcast hört Ihr hier: https://www.pitwalk.de/pitcast/daily-dakar/daily-dakar-die-fahrstuhlrallye.

Al Rahji/von Zitzewitz sind am Dienstag nämlich einem anderen Phänomen zum Opfer gefallen: Der Norddeutsche vermutet sogar einen GPS-Defekt. Besonders auffällig: An derselben Stelle kam auch Taye Perry, die Beifahrerin von Brian Baragwanath in einem Century, nicht zurande und brach die Suche nach einem anzufahrenden Wegpunkt schließlich sogar ab – lieber nahm sie eine Zeitstrafe fürs Auslassen des Wegpunkts in Kauf als beim Umherirren noch mehr Zeit einzubüßen.

Von Zitzewitz zeigte sich auf Nachfrage überzeugt davon: Zumindest ihm wäre der besagte Fehler nicht passiert, wenn es die Roadbooks noch – wie bislang immer – am Abend vor der Etappe gegeben und er sich gründlich auf den Folgetag hätte vorbereiten können.

Das aber ist in diesem Jahr nicht mehr vorgesehen: Der Aufschrieb wird erst am 20 Minuten vor Beginn der Etappe auf die Tablets im Cockpit des Beifahrerraums digital draufgedüdelt.


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