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03.12.2021

Corona-Opfer Bremen


Es geht schon wieder los. Die Coronamaßnahmen der Politik stoßen erneut eine Welle der Absageritis an – und heute hat es auch die erste Motorsportveranstaltung erwischt: Die Bremen Classic Motorshow, die im kommenden Februar hätte stattfinden sollen, ist in vorauseilendem Gehorsam schon Monate vor der Eröffnung in Bausch und Bogen abgesagt worden.

Die Messe in der Hansestadt gilt eigentlich als Traditionstermin für Oldtimerliebhaber und -besitzer, hatte zwischendurch aber auch mal einen motorsportlichen Zungenschlag. So ist die vielzitierte Personality Story über Herbert Schnitzer in einer der früheren Ausgaben von PITWALK auf genau dieser Messe entstanden, als die sich noch mehr Rennsport auf die Fahnen geschrieben hatte.

In den vergangenen Jahren vor der Seuche stand das Basteln und Restaurieren eher im Vordergrund, die Faszination Auto und vor allem der Motorsport mussten mehr und mehr zurückstecken. Deswegen war die Messe für PITWALK und die Leser von Deutschlands anspruchsvollster und größter Motorsportzeitschrift auch schon nicht mehr relevant.

Doch dass sie schon jetzt abgesagt wurde, ist aber dennoch wichtig. Denn es ist ein alarmierendes Menetekel. Erneut fehlt den Veranstaltern von Messen oder auch Rennen, die früh im Jahr 2022 angesetzt sind, jegliche Planungssicherheit. Denn je näher ein geplanter Termin rückt, desto höher sind auch die Ausgaben, die man schon getätigt hat, um das Event auf die Beine zu stellen.

Irgendwann ist ein Kipppunkt erreicht: Das Geld ist ausgegeben, man kann es auch nicht wieder zurückfordern, und wenn dann keine Einnahmen kommen, reißt man ein Riesenloch ins Eigenkapital.

Es sind genau diese Gesetzmäßigkeiten der Veranstaltungsbranche, welche die Politik nicht bedenkt, wenn sie auf den letzten Drücker Änderungen beschließt und durchdrückt.

Deswegen ergibt es wirtschaftlich Sinn, eine Messe schon so früh abzusagen, um die Vorlaufkosten erst gar nicht entstehen zu lassen. Denn wenn man wartet, auf welches Hin und Her die Politik in den nächsten Wochen noch einschwenkt, dann läuft man irgendwann in die Falle der sich immer weiter auftürmenden Kosten.

Deswegen steht zu befürchten, dass bald noch mehr Absagen folgen werden.

Auf die Folgen der Coronapolitik für die Veranstalter gehen wir auch im Editorial der nächsten Ausgabe der Zeitschrift PITWALK ein. Denn da gibt es noch viel mehr Aspekte als jene, die die bremischen Messebetreiber ins Felde führen.

Aus Dokumentationsgründen, damit Ihr Euch eine Meinung bilden könnt, folgt hier noch die offizielle Pressemitteilung zur Absage. Uneditiert und ungefiltert – genau so, wie sie hier ankam. Deswegen drucken wir auch den extrem bräsigen Begriff Präsenmesse ab – der normaler Weise als Sprachpanscherei in keinem Format von PITWALK jemals Verwendung finden würde.

--> Oldtimer-Fans im In- und Ausland hatten sehnsüchtig auf diesen Termin gewartet: Nach einem Jahr Zwangspause sollte die Bremen Classic Motorshow im kommenden Februar endlich wieder als Präsenzmesse stattfinden – pünktlich zu ihrem 20-jährigen Jubiläum. Monatelang hatte das Veranstaltungsteam für das große Wiedersehen getüftelt und geplant. Nun steht fest: Die Präsenzveranstaltung Anfang Februar muss abgesagt werden. „Wir haben zwei Jahre darauf hingearbeitet, tolles Feedback von Besuchern und Ausstellern bekommen – und jetzt ist wieder alles vergebens. Da kann man sich vielleicht vorstellen, wie es uns geht“, sagt Projektleiter Frank Ruge. Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der M3B GmbH, zu der auch die Marke Messe Bremen gehört, ergänzt: „Die Planungsunsicherheit und die immer umfangreicheren Auflagen aufgrund der sich weiter zuspitzenden pandemischen Lage zwingen uns zu dieser Entscheidung. Wir bedauern das sehr, zumal wir durchweg positive Rückmeldungen von unseren nationalen sowie internationalen Austellern verzeichnen konnten und einen ausgezeichneten Buchungsstand hatten. Auch wenn wir unter den gegebenen Umständen noch dürften: Die Gesundheit und Sicherheit aller stehen an erster Stelle.“

Trotzdem lässt man in Bremen die Köpfe nicht hängen. Nachdem die schwere Entscheidung nun gefallen ist, will das Veranstaltungsteam bereits in den kommenden Tagen eine Alternative präsentieren „Wir müssen jetzt erst einmal tief durchatmen. Doch feststeht: Das gesamte Team ist hochmotiviert, mit der Bremen Classic Motorshow 2022 in irgendeiner anderen Form die Saison zu eröffnen“, sagt Claudia Nötzelmann, Bereichsleiterin für Special Interest und Fachmessen bei der MESSE BREMEN. „Schließlich feiern wir nächstes Jahr unser 20-jähriges Jubiläum, das wollen wir uns nicht nehmen lassen.“

Traditionell markiert die Bremen Classic Motorshow den Auftakt in die neue Oldtimer-Saison. Üblicherweise treffen sich hier jährlich über 700 Aussteller und rund 45.000 Besucherinnen und Besucher, um sich auszutauschen, zu fachsimpeln und zu verhandeln. Es ist nun bereits das zweite Mal in Folge, dass die Klassiker-Messe coronabedingt verschoben wird. Bereits in diesem Jahr fiel die Oldtimer-Messe der Pandemie zum Opfer. Stattdessen stellte das Team jedoch kurzerhand einen fünfstündigen Live-Stream auf die Beine und erhielt dafür viel Lob aus der gesamten Szene. Im kommenden Jahr hätte die Bremen Classic Motorshow von Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. Februar 2022, in der Messe Bremen stattfinden sollen. Der nächste reguläre Termin ist Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. Februar 2023. <--


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