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19.08.2021

Cadillac kommt nach Le Mans


Chad Knaus steht im Stau vor dem mehrspurigen Einfahrtstor an der Rennstrecke – und staunt. Das werde ein interessantes Wochenende, schwant dem US-Amerikaner bei der Anreise zu den 24 Stunden von Le Mans.

Das will was heißen. Denn Knaus ist als langjähriger Crew Chief beim NASCAR-Großaufgebot von Rick Hendrick einiges gewohnt. Gigantismus, Menschenmassen und anspruchsvoller Motorsport sind den Haudegen aus der nordamerikanischen V8-Tourenwagenserie mit ihren Millionenumsätzen nicht fremd – sondern für sie Alltag. Wenn selbst Knaus nun beeindruckt ist von Le Mans – dann zeigt das, wie groß und einzigartig der Langstreckenklassiker wirklich ist.

Und es zeigt noch was: Cadillac wird also nach Le Mans zurückkehren, wenn ab 2023 die neuen Hybrid-Rennwagen namens LMDh in der nordamerikanischen IMSA-Serie zugelassen sind und über eine BoP-Staffelung auch in Le Mans und der Sportwagen-WM gesamtsiegfähig gemacht werden.

Alle Zusammenhänge dazu stehen in jener großen Geschichte in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift PITWALK, deren Aufmacher-Doppelseite Ihr hier oben im Header seht. Es handelt sich dabei um unsere Exklusivkolumne des französischen IndyCar-Piloten Simon Pagenaud. Der ehemalige Gesamtsieger des Indy 500 beschreibt in seiner neuen Kolumne die Einsätze des Allstar-Teams mit Kamui Kobayashi, Jimmie Johnson und dem Verfasser der Kolumne höchstselbst bei den vier Langstreckenrennen der IMSA. Das Trio teilt sich dort einen Cadillac aus dem Team Action Express – hinter dem der langjährige NASCAR-Ingenieur Gary Nelson steckt.

Die Kolumne von Pagenaud ist wie immer äußerst lesenswert und gerade vor dem Hintergrund der Le Mans-Entwicklungen ein Grund, das Heft schon mal vorzubestellen. Schließlich haben wir dieser Tage eh' schon Redaktionsschluss.

Action Express setzt normaler Weise nur einen Cadillac ein. Für die Betreuung des zweite DPi-V8 hat Nelson sich eine Crew von Hendrick Motorsport gesichert – angefeuert von Renningenieur Chad Knaus. Pagenaud beschreibt in der Kolumne sehr spannend und eindringlich, wie die NASCAR-Leute sich auf diese so ganz andere Form des Motorsports eingeschossen haben.

Dass die General Motors-Marke Cadillac Interesse an der neuen hybridisierten IMSA-Erstligaklasse hat, ist an sich nichts Neues. Auch wenn die Detroiter bislang noch kein offizielles Bekenntnis abgegeben haben. Bis dato ging die Szene in den USA davon aus, dass das Team von Chip Ganassi die Le Mans-Einsätze stemmen soll. Schließlich hat die Mannschaft schon Le Mans-Erfahrung mit den höchst erfolgreichen Einsätzen der Ford GT – und erst in diesem Winter damit begonnen, mit einem Cadillac DPi die IMSA zu beschicken.

Doch dass Chad Knaus nun nach Le Mans reist, ist ein klares Indiz dafür, dass Ganassi nicht das einzige Cadillac-Team für Le Mans bleiben wird – sondern dass vielmehr auch die mehrfache IMSA-Meistermannschaft Action Express an die Sarthe gehen wird.

Kaffeesatzleserei? Vielleicht. Aber auch eine Form der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wenn man mal ein paar Jahre zurückdenkt… damals tauchte Chip Ganassi plötzlich im Fahrerlager auf, obwohl sein Team am selben Wochenende bei einer der wichtigsten NASCAR-Veranstaltungen des Jahres im Einsatz war. Für den beleibten Amerikaner war es eine Bildungsreise, um die Verhältnisse in Le Mans kennenzulernen und den seinerzeit noch geheimen Ford-Auftritt vorzubereiten.

Als ich die Tatsache, dass ich Ganassi im Fahrerlager gesehen haben, journalistisch verarbeitete, ergoss sich im allwissenden Internet eine Flut der Häme über mich: Ich könnte mich ja nur geirrt haben, Ganassi könnte wegen der NASCAR-Termine auf keinen Fall in Frankreich gewesen sein. Kurz darauf wurde sein Ford-Deal offiziell.

Man darf gespannt sein, was auf diesen Blog für eine Resonanz in Foren und Chatrooms folgt…


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