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26.09.2016

Brüsseler EU-Ermittlungen Gefahr für Formel 1-Übernahme?


Die Formel 1-Dachgesellschaft steht womöglich vor einer kartellrechtlichen Untersuchung durch die Wettbewerbskommission der EU. Die britische Labour Party-Politikerin Anneliese Dodds informierte heute Morgen darüber, dass sie sich mit einer schriftlichen Eingabe an die oberste Wettbewerbshüterin Margrethe Vestager gewandt habe – mit der dringenden Aufforderung, die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen dem Automobil-Weltverband FIA und der Vermarktungsfirma der Formel 1-WM zu untersuchen.

Dodds fügte ihrer Info-Mail den vollständigen Brief im Wortlaut an. Ein spannendes Dokument, das die Formel 1 vor riesige Probleme stellen wird.

Die aus Schottland stammende Wirtschaftspolitikerin ist für PITWALK-Leser keine Unbekannte: Bereits für Heft 29 – im Umfeld unseres großen Essays über eine bessere Zukunft der Formel 1 – habe ich mich ausgiebig mit Anneliese Dodds unterhalten, weil mir aus England klar war, dass die Politikerin in ihrem Wahlkreis Unrecht für die dort ansässigen Grand Prix-Rennställe wittert und dieses Thema für ihren Wahlkampf nutzen möchte.

Die Argumente, die Dodds in der Geschichte in PITWALK Nummer 29 vertritt, sind nicht von der Hand zu weisen.

Besonders interessant dabei: Die Argumentation zielt inhaltlich in eine völlig andere Richtung als jene, wie sie etwa Sauber bei der Wettbewerbskommission vorgebracht hatten. Doch Dodds argumentiert genau so, dass die EU tätig werden muss; das hat Sauber nicht geschafft.

Deswegen geht von der neuerlichen Eingabe Dodds’ auch eine größere Gefahr für die neuen Besitzverhältnisse der Formel 1-Dachgesellschaft aus. Zwar nimmt die EU diese Art der Großübernahme ohnehin aus eigenem Antrieb unter die Lupe. Aber die Argumente von Dodds verleihen der Untersuchung nicht nur mehr Gewicht – vielleicht steuern sie sie sogar erst in die richtige Richtung.

Denn die EU-Wettbewerbskommission ist nun aufgefordert, sich um zwei separate Bereiche zu kümmern: Darf eine regelmachende Institution wie die FIA überhaupt Anteile an der Vermarktungsfirma jener Meisterschaft haben, für die sie die Regeln macht? Und sind die Preis- und Startgeldverteilerschlüssel in den beiden Säulen des Concorde Agreement mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar?

Die beiden Schlüsselpunkte: Der Wert der einprozentigen Anteile der FIA haben sich durch den Verkauf ver-116-facht. Und manche Teams erhalten unabhängig von ihrer sportlichen Leistung stets die größten Anteile des Start- und Preisgeldes.

Deswegen ficht Dodds die EU-Rechtmäßigkeit beider betroffener Kernbereiche offensiv an.

Durch den Verkauf der Formel 1-Dachfirma an Liberty Media erhalten die so angestoßenen Untersuchungen neue Relevanz. Denn wenn man gegen Kartellrecht verstößt, kann solch ein Verkauf unter Umständen null und nicht werden.

All’ das hat Anneliese Dodds bereits in Heft 29 von PITWALK erklärt. Wer noch mal in Ruhe nachlesen möchte, wer diese Politikerin ist und was für Argumente sie en detail vertritt, dem sei ein rasches Nachbestellen von Ausgabe 29 empfohlen. Denn auch wenn es auf anderen Medien-Kanälen derzeit noch recht still ist rund um den neuerlichen Vorstoß von Anneliese Dodds – sobald mehr Kollegen Wind davon bekommen, wird’s auch medial rundgehen.

Und dank PITWALK sind Sie dann perfekt auf den Sturm der Politik gegen die Formel 1 vorbereitet.

Heft 29 – mit der ganzen Polit-Story und dem Essay, wie die Formel 1 sich reformieren muss, um zukunftsfähig zu werden – gibt’s für 9,80 Euro plus Porto via shop@pitwalk.de.


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