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10.09.2020

24h: Nun sogar mit Fans?


Bahnt sich da noch eine Überraschung an? Die Veranstalter des 24-Stundenrennens auf dem Nürburgring haben erneut beteuert, dass das Rennen nicht nur gesichert sei – sondern dass hinter den Kulissen sogar schon darauf gehofft werde, dass das Hygienekonzept vom Nürburgring auch fürs Vierundzwanziger greife. Das würde dann heißen: Wie beim DTM an diesem Wochenende und zuvor schon bei VLN5, der GT3-Weltchallenge und dem Oldtimer-Grand Prix dürften sogar die Tribünen längs des Grand Prix-Kurses teilbesetzt werden.

Mehr aber auch nicht.

Die Nordschleife und damit auch die Partyzonen, in denen es in den vergangenen Jahren immer ballermannmäßiger zuging, bleiben Sperrgebiet.

Auch die Benimmregeln fürs Fahrerlager und für die Boxengassen werden finalisiert. In der VLN dient das Arbeiten in den Gemeinschaften der jeweils eigenen Teams schon als vorbildlich, Kontakte der verschiedenen Rennstallbelegschaften untereinander sind auf ein Minimum reduziert.

Anders als in der Formel 1 und bei den 24 Stunden von Le Mans, sollen am Nürburgring sogar Journalisten ins Fahrerlager gelassen werden. Bis zu 91 Pressevertreter dürfen theoretisch akkreditiert werden, so sieht es das erste Hygienekonzept vor, darunter auch Mitarbeiter vom Presseteam des Veranstalters. Das sind bei einem 24h-Rennen naturgemäß mehr als etwa bei der NLS.

Der limitierende Faktor sind hier die Arbeitsplätze für die Medienschaffenden. Am Ring gibt es – etwa im Boulevard – jede Menge Räumlichkeiten, in denen schreibende Kräfte, Fotografen und Fernsehschaffende je nach Genre verteilt werden sollen, um so doch noch mehr als brutto 91 Journalisten zuzulassen. Bei alljährlich sattsam mehr als 1.000 Akkreditierungsanfragen ist das dringend geboten, trotzdem muss ziemlich gesiebt werden, wer eine Karte erhält.

In der Formel 1 oder auch bei den 24 Stunden von Le Mans ist es eine Verschwendung von Reisekosten, überhaupt zu den Rennen zu reisen. Denn bei beiden darf man als Berichterstatter nicht ins Fahrerlager. Beim Eifelmarathon soll das anders sein, dort werden lediglich die einzelnen Boxengebäude zum Todesstreifen, nicht das Fahrerlager an sich. Damit kann man arbeiten. Auch das haben die bisherigen NLS-Erfahrungen bei VLN5 gezeigt.

Ob's Zugang zu den Tribünen entlang des Grand Prix-Kurses gibt, wird sich erst in der Woche vorm Vierundzwanziger entscheiden. Genau wie diese Woche beim DTM. Wenn, dann werden vergleichbare Vorschriften gelten: fest zugewiesene Sitzplätze, zu denen deren Inhaber vermummt von Ordnern geleitet werden; am Platz darf die Munaske abgenommen werden. Regelmäßig patroullieren Streifen, ob die Abstände auf den Sitzschalen auch gewahrt bleiben.

Man muss schon Hardcorefan mit straffem Sitzfleisch sein, um sich für ein 24-Stundenrennen auf eine Tribüne zu pflanzen. Denn das Spektakel lebt davon, dass sich auch die Zuschauer frei bewegen und etwas erleben können. Für Fans bleibt das Fahrerlager allerdings selbst dann gesperrt, wenn die Tribünen sich auf den letzten Drücker noch öffnen.

Aber alle wissen: Es ist eine Übergangslösung, nötig gemacht, ohne dass es die Veranstalter wollen. Und man muss heutzutage ja schon froh sein, wenn überhaupt noch irgendwas stattfindet und man irgendwo hin darf.

Beim 24-Stundenrennen sei das Dass inzwischen gesichert, beteuern die Veranstalter.


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